ONE Afrika-Topthemen des Tages

ONE Afrika-Topthemen des Tages

– Wassermangel betrifft auch Deutschland
– Deutschland exportiert weniger nach Afrika
– Afrikanische Technologie für Europa

1. Wassermangel betrifft auch Deutschland
Mehrere Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, Zeit Online, focus online und taz.de, berichten über den von dem World Wide Fund for Nature (WWF) vorgestellten Bericht über Wasserknappheit in Schwellen- und Entwicklungsländern. Diese betreffe nicht nur ärmere Länder, sondern auch die Industrienationen, da eine Wasserverknappung in Zulieferländern die Endprodukte verteuern könne. Deutschland als drittgrößte Importnation der Welt erhalte wichtige Metalle aus Afrika. Versteckte Wasserrisiken könnten im Extremfall Milliardenausfälle für deutsche Unternehmen nach sich ziehen, so WWF-Referent Phillip Wagnitz. Südafrika habe beispielsweise ein begrenztes Grundwasservorkommen. Bei Trockenperioden sei eine Drosselung oder ein Stoppen der Förderungen in den Minen möglich, so wie 2013 in der Region Rustenburg im Nordosten des Landes geschehen. Um eine Feinunze Gold zu gewinnen, bedürfe es 5.000 Liter Wasser, das darüber hinaus chemisch belastet werde. Könne ein großer Edelmetalllieferant wie Südafrika kein Platin oder Gold liefern, hätte dies steigende Weltmarktpreise zur Folge. Deutschland habe 2012 5,5 Millionen Tonnen Rohstoffe (vor allem Steinkohle, Metalle und Erze) im Wert von knapp 2 Milliarden Euro bezogen. Der WWF mahnte zudem Unternehmen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der lebenswichtigen Ressource an, z.B. durch eine Analyse des indirekten Wasserverbrauchs in der Lieferkette.

2. Deutschland exportiert weniger nach Afrika
Der Tagespiegel und die Welt melden, dass die deutschen Exporte nach Afrika laut dem Afrikaverein der deutschen Wirtschaft um 22 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro gesunken sind. Einer der wichtigsten Gründe dafür seien ein schwächerer Handel mit Südafrika, Deutschlands größtem wirtschaftlichen Partner auf dem Kontinent. Die Exporte dorthin seien um 16,1 Prozent gesunken. Auch die Aussichten für die zweite Jahreshälfte seien getrübt. Die anhaltende Ausbreitung der Ebola-Epidemie bereite Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zudem Sorge.

3. Afrikanische Technologie für Europa
Die Welt thematisiert das von der kenianischen Vodafone-Tochter Safaricom erfundene mobile Handy-Bezahlsystem MPesa. Das ursprünglich für die Vergabe von Mikrokrediten gedachte System werde mittlerweile von 18,2 Millionen afrikanischen Nutzern auch dafür verwendet, Geld von Handy zu Handy zu versenden oder in Geschäften zu bezahlen. Monatlich würden damit Transaktionen in Höhe von 882 Millionen US-Dollar getätigt. Nach Kenia sei die Software bereits in der Demokratischen Republik Kongo, Mosambik, Ägypten und Lesotho eingeführt worden. Laut Weltbank benutzten 2012 bereits 650 Millionen Menschen ein Mobiltelefon – mehr als Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Eine Expansion von MPesa nach Europa sei geplant. So habe Vodafone M-Pesa bereits im Frühjahr in Rumänien eingeführt und plane bis Ende des Jahres, 2.000 M-Pesa-Händler einzurichten. Rumänien biete insofern gute Voraussetzungen für das mobile Bezahlsystem, als die Mehrheit der Bevölkerung mindestens ein Mobiltelefon besitze und gleichzeitig ein Drittel keinen Zugang zu herkömmlichen Bankgeschäften habe, so Vodafone-Manager Michael Joseph. (ONE)