Ostafrika: Brettspiel verbessert Hebammen-Ausbildung

hebammenSpielerisches Lernen soll Sterblichkeit werdender Mütter herabsetzen 

Forscher der University of Manchester haben mit „Progression“ ein Brettspiel entwickelt, dass afrikanische Hebammen dabei unterstützen soll, den Tod von Frauen während der Geburt zu verhindern. Den Geburtshelferinnen soll der Umgang mit einer Tabelle erleichtert werden, deren Vervollständigung vielen Betroffenen immer wieder schwer fällt. Herzschlag, Blutdruck und die Körpertemperatur werden registriert.

 

Den Wissenschaftlern war aufgefallen, dass es den Hebammen allgemein schwer fällt, diese Tabelle als Hilfe zur Entscheidungsfindung einzusetzen. Damit wird aber verhindert, dass es richtig eingesetzt wird, um Todesfälle und Erkrankungen während der Geburt zu verhindern.

 

Genau das ist gerade in Entwicklungsländern ein großes Problem. Daher enthält das Brettspiel eine Reihe von Ergebnissen einer Frau, die gerade ein Kind auf die Welt bringt. Bewegen sich die Spieler über das Spielfeld, erscheint eine nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Frage, die beantwortet werden muss, um weiterzukommen.

 

Pilotprojekt mit 165 Hebammen

Ein Pilotprojekt mit 165 Hebammen in Ostafrika wurde abgeschlossen. Erste Ergebnisse legen nahe, dass Progression sehr gut angenommen wird. Laut Forschungsleiterin Tina Lavender liegt der entscheidende Vorteil des Einsatzes dieses Spiels darin, dass die Hebammen Fehler machen können, ohne das Leben von Menschen zu gefährden.

 

„Das Spiel ermöglicht die Aneignung neuen Wissens, die Überprüfung des Bekannten und die Diskussion mit den Mitspielerinnen, wie die Frauen am besten unterstützt werden können. Das Feedback der teilnehmenden Hebammen war ausgesprochen positiv“, unterstreicht Lavender. (pte, Foto: manchester.ac.uk)