Ostsee-Zeitung: Kommentar zum Machtwechsel in Ägypten

Rostock (ots) – Mursis Ära ist vorbei. Die aus den Ämtern vertriebenen Muslimbrüder gewannen zwar Wahlen, aber die Herzen der meisten Ägypter nicht.

Dennoch sieht es für das Land am Nil nicht gut aus. Politisch ist es tief gespalten. Die Muslimbrüder werden darauf pochen, um ihren demokratischen Sieg von 2011/12 betrogen worden zu sein. Nimmt man sie aber auf dem Weg in Ägyptens Zukunft nicht mit, droht das „Menetekel von Algerien“. Als dort 1992 die Islamische Heilsfront nach einem Putsch um ihren Wahlsieg gebracht wurde, brach ein blutiger Bürgerkrieg aus. Auch Ägyptens Militärführung ist nicht wirklich ein Demokratie-Faktor. Sie will ihre wirtschaftlichen Pfründe und die strategische Kooperation mit den USA sichern. Zudem bleibt die soziale Lage am Nil prekär. Der Siegesrausch am Nil wird rasch verfliegen.