Per-Anger-Preis 2021 an Menschenrechtsaktivisten für Südafrikas Hüttensiedlungen

Der Menschenrechtsaktivist S’bu Innocent Zikode wird mit dem Per-Anger-Preis 2021 ausgezeichnet. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht das Recht auf Heimat, Land und Überleben für die am meisten verarmten Bewohner der Shack-Siedlungen des Landes. Der Preis der schwedischen Regierung wird am 21. April vom Living History Forum verliehen.

Der diesjährige Per-Anger-Preisträger Sibusiso (S’bu) Innocent Zikode setzt sich für die Rechte der Armen in Südafrika ein, einem der ungleichsten Länder der Welt. Er kämpft für das Recht auf Haus und Land für die am stärksten ausgegrenzten Mitglieder der Gesellschaft und weist auf die schwierigen Lebensbedingungen von Hüttenbewohnern hin.

– Eine Hütte ohne Wasser, Strom und sanitäre Anlagen ist es nicht wert, ein Zuhause zu nennen. Im Gegenteil, sie bedeutet lebensbedrohliche Umstände, die für Frauen, Kinder und Minderheitengruppen besonders hart sind. Die Ungerechtigkeit wird jetzt noch deutlicher, da die Pandemie diejenigen trifft, die ohnehin schon benachteiligt sind, sagt S’bu. Zikode.

S’bu. Zikode organisiert seinen Kampf für die Armen über die Bewegung Abahlali baseMjondolo, die er vor 15 Jahren mitbegründete, als er selbst in einer Barackensiedlung in Durban lebte. Heute hat die Bewegung 82.000 Mitglieder. Sie alle helfen mit, Korruption, Machtstrukturen und Gewalt gegen die Hüttenbewohner aufzuklären, zum Beispiel durch rechtliche Schritte und Medienarbeit. S’bu. Zikode war wegen seines Kampfes Drohungen und Gewalt ausgesetzt. Innerhalb seiner Bewegung sind im Laufe der Jahre 18 Mitglieder für ihr Engagement ermordet worden.

„In diesem Jahr geht der Per-Anger-Preis an einen Mann, der sich gegen Armut auflehnt. Er kämpft für die Schwächsten in den Hüttensiedlungen Südafrikas und für ihr Recht auf ein Zuhause und ein würdiges Leben. Er ist ein wahrer Menschenrechtsverteidiger“, sagt Ingrid Lomfors, Superintendentin des Living History Forums und Vorsitzende der Jury.

Der Per-Anger-Preis ist der internationale Preis der schwedischen Regierung für Menschenrechte und Demokratie. Der Preis wurde 2004 in Anerkennung der Bemühungen des Diplomaten Per Anger während des Zweiten Weltkriegs ins Leben gerufen, als er ungarische Juden vor dem Holocaust rettete. Das Living History Forum wird von der schwedischen Regierung beauftragt, den Preis jährlich zu vergeben.

Die Auswahl des Empfängers für das Jahr 2021 erfolgte durch das Nominierungskomitee, das aus neun international anerkannten Organisationen mit weitreichenden Kontakten besteht: Afrikagrupperna, Amnesty International, Civil Rights Defenders, Diakonia, Individuell Människohjälp (IM), die Stiftung Kvinna till Kvinna, Save the Children, Act Church of Sweden und We Effect.

Der diesjährige Preisträger wurde von der Organisation Afrikagrupperna nominiert.