Perspektive Afrika: Export- und Investitionspotenziale für deutsche Unternehmen

dawfDas 4. Deutsch-Afrikanische Wirtschaftsforum NRW fand am 23.2.2016 in Dortmund statt – exklusive und topaktuelle Marktdaten für Unternehmer, Expertenkontakte, Beratungs- und AHK-Lounge. Mit über 300 Gästen aus NRW, Deutschland, Europa und afrikanischen Ländern (darunter Vertretern von 6 afrikanischen Botschaften) hat sich das Forum zu einer der wichtigsten Afrika-Wirtschaftskonferenzen in Deutschland etabliert.

Afrika ist der Markt der Zukunft – nach wie vor! Die Auslandsgesellschaft NRW und die Industrie- und Handelskammern in NRW als Veranstalter nahmen in diesem Jahr wieder die momentan interessantesten Branchen in den Fokus: Infrastruktur und Bauwirtschaft, Erneuerbare Energien, Umwelttechnik und Wasserwirtschaft, Gesundheit und Medizintechnik sowie Maschinen für Ernährung und Landwirtschaft. Vorrangig ging es bei der Veranstaltung in den Räumen der IHK zu Dortmund um Marktinformationen zu Subsahara-Afrika. Im Themenblock „Erneuerbare Energien, Umwelttechnik und Wasserwirtschaft“ stand allerdings auch Nordafrika im Mittelpunkt.

„Hervorzuheben ist, dass von Seiten der Landesregierung sowohl der neue für die Eine-Welt-Politik zuständige Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien und Chef der Staatskanzlei, Franz-Josef Lersch-Mense, als auch Staatssekretär Dr. Günther Horzetzky aus dem kooperierenden Wirtschaftsministerium NRW Reden hielten. Diese hervorragende Unterstützung sowohl durch das Land NRW als auch einiger Wirtschafts- und Branchenverbände zeugt von der Qualität der Veranstaltung“, so Klaus Wegener, Präsident der Auslandsgesellschaft NRW. Die Keynote lag in Händen von Prof. Dr. Robert Kappel, dem ehemaligen Präsidenten des GIGA-Instituts aus Hamburg. Der exzellente Afrika-Kenner präsentierte zum Thema „Dynamische regionale Märkte“ seine aktuellen Forschungsergebnisse.

Die Veranstalter zeigten sich sehr zufrieden mit der Resonanz der Berater-Lounge.

„Das war ein besonderes Highlight. Die Delegierten der Deutschen Wirtschaft aus acht afrikanischen Ländern, ein Vertreter der Euler Hermes AG, ein EZ-Scout sowie ein Mitarbeiter von Germany Trade and Invest standen unseren Gästen für persönliche Beratungsgespräche zur Verfügung.“

Deutsch-Afrikanisches Wirtschaftsforum NRW in Dortmund – eine Marke im Land NRW mit Wachstumspotential

Anknüpfend an den Erfolg der Vorjahre ist diese Wirtschaftskonferenz mittlerweile eine der größten Afrika-Wirtschaftskonferenzen in Deutschland und ist im Land NRW ohne Konkurrenz. In Zusammenarbeit mit der Landesregierung soll sie weiter als feste Marke in NRW und bundesweit etabliert werden. „Für diese 4. Auflage sind alle wichtigen Akteure dabei. Referenten und Organisationen sind von sich aus auf uns zugekommen. Viele Verbände haben uns umfangreich unterstützt. Diese Konferenz hat Wachstumspotential. Davon bin ich überzeugt“, kommentierte Wegener.

Nach bewährtem Konzept wurden Unternehmern aus NRW und dem ganzen Bundesgebiet die aktuellen Perspektiven des Wachstumsmarkts Afrika dargestellt. Denn die nach wie vor andauernd überdurchschnittlichen Wachstumsraten des afrikanischen Marktes verdienen durchaus unternehmerische Beachtung. Die deutsche Zurückhaltung soll durch eine verstärkte Außenwirtschaftsförderung in Richtung Afrika überwunden werden. Das Kammernetzwerk der Industrie- und Handelskammern NRW, das Wirtschaftsministerium NRW mit NRW.International, die afrikanischen Auslandshandelskammern (AHKs) sowie der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHK) und der Afrika-Verein der Deutschen Wirtschaft e.V. sind dabei als Mitveranstalter bzw. bewährte Kooperationspartner.

Wirtschaftliches Engagement deutscher Unternehmen in Afrika hat zudem einen wichtigen Nebeneffekt, wie Minister Lersch-Mense in seiner Eröffnungsrede hervorhob: „Nachhaltiges Wirtschaftswachstum ist ein wichtiges Element in der Bekämpfung von Fluchtursachen. Afrikas junge Bevölkerung – die Hälfte ist jünger als 20 Jahre – ist eine große Chance, aber zugleich auch eine Herausforderung und Verpflichtung. Denn die Bekämpfung der zum Teil erschreckend hohen Jugendarbeitslosigkeit gehört zu den wichtigsten Aufgaben auf dem afrikanischen Kontinent. Der Transfer von Wissen, Investitionen in die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas und Hilfe beim Aufbau von Ausbildungsmöglichkeiten sind daher ebenso Bausteine der Außenwirtschaftsförderung wie der Entwicklungspolitik. Für die Landesregierung schließen sich diese beiden Bereiche daher nicht aus, sondern gehören im Gegenteil unbedingt zusammen. Die Eine-Welt-Strategie der Landesregierung strebt daher ausdrücklich eine stärkere Verzahnung beider Bereiche an.“

Wulf-Christian Ehrich, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund und Leiter des Bereichs Internationales, betonte ausdrücklich die guten wirtschaftlichen Perspektiven Afrikas und die Chancen für die Unternehmen: „Mit seinen 54 Staaten und einer Bevölkerungszahl von über eine Milliarde Menschen ist Afrika ein Riese auf der Weltkarte – und gilt wirtschaftlich dennoch als letzter ‚unentdeckter Markt‘ – besonders für die deutsche Wirtschaft.“ Größte Herausforderung und zugleich auch größte Chance sei das enorme Bevölkerungswachstum des Kontinents. Bis 2050 soll sich alleine die Einwohnerzahl in Subsahara-Afrika auf etwa zwei Milliarden Menschen verdoppeln. „Die damit einhergehende Urbanisierung zwingt viele Staaten zu einem Ausbau ihrer Infrastruktur. Innovative Lösungen für Straßen, Energieversorgung und den Wohnungs- und Bürobau werden flächendeckend benötigt. Hier kann die deutsche Wirtschaft helfen! Zudem entsteht in Afrika eine stark wachsende, technologieorientierte Mittelschicht, die für neue Produkte begeistert werden kann“, sagte Ehrich.

Laut Internationalem Währungsfonds wird das Bruttoinlandsprodukt in Subsahara- Afrika von 2016 bis 2020 um 4,9 Prozent pro Jahr zunehmen. Und auch die für Deutschland sehr wichtigen nordafrikanischen Staaten Ägypten, Algerien, Marokko und Tunesien können trotz aller politischen Probleme mit Wachstumsraten zwischen drei und fünf Prozent punkten. Gute Aussichten also, zumal der Nachholbedarf der deutschen Wirtschaft groß ist. Wie Ehrich ausführte, lag die Summe der NRW- Exporte nach Afrika 2014 bei etwa 3,4 Milliarden Euro. Damit landete Afrika als Verbund von 54 Staaten in der Statistik gerade einmal auf Platz 16 – zwischen Schweden und Ungarn. Von diesen 3,4 Milliarden Euro wiederum wurden Waren im Wert von 1,5 Milliarden Euro nach Nordafrika und Waren für 1,2 Milliarden Euro nach Südafrika exportiert. „Bei einem Kontinent mit über einer Milliarde Menschen ist also noch reichlich Luft nach oben“, sagte Ehrich.

Ergänzend zur Förderung durch die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen hatte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft wieder die Schirmherrschaft übernommen. Die neue Botschafterin aus Ghana in Deutschland, I.E. Akua Sena Dansua, hielt zum Abschluss der Konferenz das Plädoyer aus afrikanischer Sicht.

Auf dem Bild (v. l.n.r.)

Wulf-Christian Ehrich, stellv. IHK-Hauptgeschäftsführer und Leiter Bereich International der IHK zu Dortmund

Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund

I.E. Akua Sena Dansua, Botschafterin der Republik Ghana in Deutschland

Klaus Wegener, Präsident der Auslandsgesellschaft NRW e.V.

Franz-Josef Lersch-Mense, Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien und Chef der Staatskanzlei

Prof. Dr. Robert Kappel, President Emeritus & Senior Researcher, GIGA-Institut Hamburg

 

Kontakt: Auslandsgesellschaft NRW e.V. Steinstr. 48, 44147 Dortmund

 

Projektleitung

Frau Sylvia Monzel, Auslandsgesellschaft NRW e.V., + 49 (0)231-8380029, monzel@agnrw.de