Rettungsschiff „Aquarius“ voraussichtlich am Sonntag in Valencia – mit Video

Rettungsschiff „Aquarius“ voraussichtlich am Sonntag in Valencia - mit Video– Viele Gerettete seekrank – Zwei Vermisste bestätigt: Das Rettungsschiff „Aquarius“ befindet sich mit 106 aus Seenot geretteten Personen an Bord derzeit westlich von Sardinien. Voraussichtlich am Sonntagvormittag wird das von SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen betriebene Schiff den Hafen von Valencia erreichen. Aufgrund hohen Wellengangs und schlechten Wetters musste das Schiff die Route nach Spanien ändern. Die Ankunft verzögert sich dadurch.

In der Nacht zu Donnerstag hatte sich das Wetter deutlich verschlechtert. Bei mehrere Meter hohen Wellen litt die Mehrzahl der Geretteten an Seekrankheit. 80 der 106 Menschen wurden deswegen vom medizinischen Team an Bord betreut. „Am Donnerstagnachmittag besserte sich das Wetter, aber heute Morgen hat der Wellengang wieder zugenommen und die geretteten Menschen fühlten sich wieder sehr krank“, berichtet David Beversluis, Arzt an Bord der „Aquarius“, am Freitag.

An Bord befinden sich 51 Frauen, darunter mehrere Schwangere, 45 Männer und 10 Kinder. Einige mussten wegen Verätzungen behandelt werden, die sie durch das giftige Gemisch von Benzin und Salzwasser in den Schlauchbooten erlitten haben, andere waren nach einer dramatischen Rettungsaktion in der Nacht zu vergangenem Sonntag wiederbelebt worden. Überlebende berichten dem Team von Ärzte ohne Grenzen von extremer Gewalt, Folter und Erpressung in Libyen.

Nach Angaben der Überlebenden werden seit der Rettungsaktion am vergangenen Wochenende zwei Menschen vermisst, welche mit großer Wahrscheinlichkeit ertrunken sind. In der Nacht zu Sonntag war während der Rettung ein Schlauchboot kollabiert, und etwa 40 Menschen waren in der Dunkelheit ins Wasser gefallen.

Ein Schiff der italienischen Küstenwache hat am Donnerstagabend Lebensmittel auf die „Aquarius“ gebracht. (msf, Foto: sreenshot twitter)

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