Ruanda als Vorbild: Die Stärkung der Rolle der Frauen erneut in der Diskussion

Ruanda als Vorbild: Die Stärkung der Rolle der Frauen erneut in der Diskussion

Am 27. Januar 2015 folgte Ruandas Botschafterin Christine Nkulikiyinka einer Einladung des UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V., in Berlin. Mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft wurde das Thema „Frauenrechte im zukunftsentscheidenden Jahr 2015“ diskutiert. Dem Nationalen Komitee war es von besonderer Bedeutung, an diesem Abend aus der Sicht der Gleichstellungspolitik die Überprüfungsprozesse der 4. UN-Weltfrauenkonferenz von Peking, der Millenniums- und nachhaltigen Entwicklungsziele, sowie die UN-Sicherheitsratsresolution 1325 zu thematisieren.Gemeinsam mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, Elke Ferner (SPD), war die Botschafterin als Gastrednerin geladen. Sie teilte mit den Teilnehmenden ihre Sicht der Herausforderungen, Entwicklungen sowie Erfolge hinsichtlich Gleichstellung und -berechtigung der Frau.  Sie tat dies vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen in Ruanda.

Erwähnenswert war in diesem Zusammenhang das dritte Millenniumsentwicklungsziel, die Gleichstellung der Geschlechter sowie die Stärkung der Rolle der Frau, das bis Ende 2015 umgesetzt werden soll. In Ruanda wurde dieses Ziel bereits erreicht. Die Botschafterin betonte den Zusammenhang mit weiteren nationalen Plänen, wie der Umsetzung des zweiten Ziels, die gleichberechtigte Förderung der Mädchen und Jungen in der Grund- und Sekundarschulausbildung, aber auch mit der Verbesserung von Ernährung und Gesundheit.

Die angeregte Diskussion des Abends drehte sich vor allem um die Position und strukturelle Benachteiligung der Frau in Deutschland. Insbesondere die Herausforderung den Spagat zwischen Berufsleben, Partnerschaft, Familienplanung mit Kindern, Betreuung und die Pflege von Familienangehörigen zu meistern ohne dass die Frauen dadurch selbst ins Hintertreffen geraten. Die Botschafterin konnte mit ihrem Bericht zu Politik und Gesetzgebung zur Stärkung der Rechte und zum Schutz von Frauen in Ruanda die Debatte mit hoffnungsvollen Erfahrungen bereichern.

Mit großem Interesse folgten vor allem die Mitglieder des Bundestages den Ausführungen der Botschafterin. Anders als in Deutschland gibt es in Ruanda seit der neuen Verfassung von 2003 eine Frauenquote für Führungspositionen in allen Sektoren, sowie auf Regierungsebene.

Des Weiteren gab es sehr positive und anerkennende Resonanzen bezüglich der Gleichberechtigung und Transparenz bei Gehältern, Familienplanung und Verhütung sowie dem Umgang mit häuslicher Gewalt und sexuellem Missbrauch. Der Botschafterin gelang es der Zuhörerschaft ein ausgeglichenes Maß an zu verzeichnenden Erfolgen in Ruanda und noch zu bewältigenden Zielen näher zu bringen. (Botschaft Ruanda, Berlin)