Ruanda: Neue Kocher schützen Umwelt und Klima

Genf/Berlin/Kigali – Der Brennholzbedarf in Flüchtlingslagern ist enorm und teuer. Deshalb bekommen die kongolesischen Flüchtlinge in den ruandischen Camps nun effiziente Kocher. Dadurch werden CO2-Emissionen eingespart und über entsprechende Zertifikate verrechnet. Das sichert weitere Zukäufe.

Kochen, Heizen, Waschen, Licht zum Leben: Der riesige Brennholzbedarf in den Flüchtlingscamps weltweit hat UNHCR zum Umdenken bewegt. Gemeinsam mit der deutschen, gemeinnützigen Organisation Atmosfair wurden deshalb 4.000 effiziente Brennholzkocher an die kongolesischen Flüchtlingsgemeinden in Ruanda ausgegeben.

Neue Öfen sparen 80 Prozent Energie
Die Ersparnis des Brennholzbedarfs ist enorm und die Vorteile sind vielfältig: Mit den neuen Brennholzkochern können etwa 80 Prozent des bisherigen Energiebedarfs eingespart und die knappen Ressourcen in der Region geschont werden. Grundnahrungsmittel wie Bohnen oder Reis werden nun mit weitaus weniger Holz angeheizt; die Speisen können durch eine speziell isolierte Box stundenlang warmgehalten werden. Eine zeitaufwendige oder teure Holzbeschaffung entfällt ebenfalls.

Neben der Treibhausreduktion wird auch das Konfliktpotenzial innerhalb der Dörfer und Camps deutlich reduziert, da die umliegenden Gemeinden ebenfalls auf den wertvollen Rohstoff angewiesen sind, der nun nicht mehr in bisherigen Mengen benötigt wird. Zuletzt kam es beim Sammeln häufig zu Übergriffen gegenüber Frauen und Kindern. Ebenso konnten Kinder nicht zur Schule, weil sie mit der Suche von Brennholz beauftragt waren.

Verkauf von CO2-Zertifikaten sichert Zukäufe
Auch die Zahl der von der Weltbank errechneten vier Millionen Menschen, die jährlich toxischen Vergiftungen beim ‚Indoor-Cooking‘ erliegen, weist auf die Tragweite der zu lösenden Probleme hin.

Durch die Einsparung der CO2-Werte kann durch den Verkauf der daraus resultierenden CO2-Reduktionszertifikate an Unternehmen der Zukauf von weiteren neuen Brennholzkochern sichergestellt werden. Dabei wird UNHCR durch Atmosfair unterstützt. Die deutsche Non-Profit-Organisation schult den Aufbau und den Umgang mit den neuen Kochern, hilft beratend bei der (Re-)Finanzierung und misst die aktuellen CO2-Einsparungen.

Die Testphase verlief überaus erfolgreich. Nun werden weitere 7.000 Öfen für die Region angeschafft. (UNHCR)

Foto: Klimaschutz leicht gemacht. Hier werden die neuen Holzkocher montiert. © Atmosfair