Save the Children warnt vor Gefahren für unbegleitete äthiopische Kinder im Sudan

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Save the Children sorgt sich um die Sicherheit von äthiopischen Kindern, die ohne die Begleitung vertrauter Erwachsener in den Sudan geflohen sind. Die Kinderrechtsorganisation geht davon aus, dass hunderte Kinder aus Äthiopien ohne ihre Eltern oder andere Betreuungspersonen im Nachbarland angekommen sind. Diese Minderjährigen sind einer erhöhten Gefahr von Missbrauch ausgesetzt. Save the Children fordert die rasche Vereinigung der Kinder mit ihren Familien und unterstützt entsprechende Bemühungen mit eigenem Personal vor Ort.

Allein an einem der zahlreichen Grenzübergänge zwischen Äthiopien und dem Sudan wurden bisher 139 unbegleitete Minderjährige registriert. Die Gesamtzahl dürfte also deutlich höher sein. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind insgesamt rund 43.000 Menschen aus Äthiopien in den Sudan geflohen. Etwa 10.000 haben im größten Camp Um Rabaka Schutz gesucht, darunter rund 4.500 Kinder. Das Lager ist völlig überfüllt.

Im Camp warnt der Länderdirektor von Save the Children im Sudan, Arshad Malik: „Unbegleitete Kinder, die aus ihrer Heimat geflohen sind, sind von Menschenhandel, Ausbeutung und Missbrauch bedroht, insbesondere Mädchen. Sie brauchen spezialisierte Hilfe und Schutz. Viele von ihnen sind mit älteren Geschwistern oder anderen Verwandten geflohen, aber sie brauchen ihre Eltern oder andere feste Betreuungspersonen, bei denen sie sich sicher fühlen.“

Mit Kinderschutz-Experten hilft Save the Children vor Ort, Kinder wieder mit ihren Eltern zu vereinen. Wie in vielen Krisengebieten weltweit unterstützt die Kinderrechtsorganisation zudem die Ausbildung von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern und den Aufbau von Bildungsangeboten für die geflohenen Kinder. Damit die Mädchen und Jungen sich von den Strapazen der Flucht erholen und für ein paar Stunden ungestört sein können, hat Save the Children Schutz- und Spielräume eingerichtet. Auch für Frauen und Kinder gibt es separate Rückzugsräume.

Die Teams von Save the Children in Um Rabaka berichten von Kindern, die nach tagelangen Fußmärschen durch die Hitze völlig ausgehungert und erschöpft in dem Camp eintrafen. Nur mit Shorts und Sandalen bekleidet, waren sie während der Flucht Moskitos und anderen Insekten schutzlos ausgesetzt. Helfende fürchten die Verbreitung von Malaria und anderen parasitären Krankheiten.

„Es gibt einen dringenden Bedarf für Kinderschutz, Unterkünfte, Trinkwasser und Gesundheitsversorgung“, unterstreicht Save the Childrens Länderdirektor Arshad Malik.

Um Rabaka ist das größte Flüchtlingscamp für Menschen, die vor der Eskalation der Krise in Äthiopien in den Sudan geflohen sind. Das Lager ist für 5.000 Menschen ausgelegt, beherbergt aber bereits doppelt so viele. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnte die Gesamtzahl der Menschen, die in den kommenden Monaten von Äthiopien in den Sudan fliehen, auf 200.000 steigen. Die UNO fordert deshalb mehr internationale Unterstützung für die Hilfseinsätze. (Gedaref -ots-presseportal)