Schlepperbetrug auf beiden Seiten: Jemeniten fliehen nach Afrika, Afrikaner in den Jemen

jemenRund 10.500 Menschen sind trotz Ausbruch des Konfliktes seit Ende März in den Jemen geflüchtet. Seit Jahresbeginn kamen insgesamt etwa 37.000 Flüchtlinge über den Seeweg an, ein großer Teil aus Äthiopien und Somalia sowie Schutzsuchende aus anderen Nationen. Vielen wird von Schleppern vorgegaukelt, dass der Konflikt im Jemen zu Ende und die Lage wieder sicher wäre. 
Nicht zu vernachlässigen sind auch die Risiken, die zusätzlich zum Bürgerkrieg mit den Meeresüberfahrten einhergehen, wie Verschleppung, Übergriffe, Ertrinken, Ausbeutung und sexuelle Gewalt. Durch die anhaltende Gewalt und erschwerten Zugang zu gewissen Regionen sind UNHCR und seine Partner nicht in der Lage, Neuankömmlinge in die Zentren innerhalb des Landes zu bringen und sie mit entsprechender humanitärer Hilfe zu unterstützen.

In Somalia sind nun großangelegte Informationskampagnen in Puntland, Somaliland und anderen Regionen beabsichtigt um vor geplanten Meeresüberquerungen abzuraten.

Gleichzeitig sind über 51.000 Menschen aus dem Jemen geflohen, um in Dschibuti, Somalia, dem Oman, Saudi-Arabien und dem Sudan Schutz zu suchen.

Auch die Zahl der binnenvertriebenen Jemeniten ist auf aktuell 1.267.590 Betroffene gestiegen und hat sich seit Beginn des Konfliktes vervierfacht. Die meisten Binnenvertriebenen befinden sich in Haijah (298.788), Al Dhale (227.414) und Aden (184.100). Die Jemeniten lassen eine große Belastbarkeit und Solidarität erkennen. 80 Prozent der Vertriebenen (etwa 800.000) sind bei Gastfamilien untergebracht. In den städtischen Gebieten des Jemen leben zurzeit etwa 250.000 hauptsächlich somalische Flüchtlinge. Allerdings mussten viele vor den Kämpfen aus Aden in das Kharaz-Camp und Städte im Süden des Jemen fliehen. (UNHCR, Text + Foto)