Schweizer Augenchirurg bewahrt in Uganda Menschen vor Erblindung

Five days after successful cataract surgery: Ophtalmologist Dr Roman Eberhard examines the eyes of Charles using a slit lamp. Charles (10 years) had cataracts in both of his eyes. He lives with his father Yudah (31) his step-mother Fatumah (29) and 3 step-siblings in Uganda´s capital Kampala. Please refer to his story for more information: "UGA-16-Charles_Story_000_e.pdf".

(PPS) Rund 2.000 Personen behandelte der Schweizer Augenchirurg Dr. Roman Eberhard während seines neunmonatigen Einsatzes am CBM-geförderten Mengo-Spital in Uganda. So auch den am Grauen Star erkrankten zehnjährigen Charles, dem er das Augenlicht zurückgebracht hat.

Die Augenkrankheit Grauer Star ist eine der Hauptursachen für Erblindungen und Sehbehinderungen: Von den 39 Millionen blinden Menschen weltweit leiden rund die Hälfte am Grauen Star. Dabei ist gerade diese Krankheit heilbar, schon durch einen kleinen Eingriff können Betroffene wieder sehen. Solche Operationen führte der Schweizer Augenchirurg Dr. Roman Eberhard während seines neunmonatigen Einsatzes am CBM-geförderten Mengo-Spital in Ugandas Hauptstadt Kampala durch. Früher war er bereits in Indien und Äthiopien als Augenchirurg tätig. Sonst arbeitet der 41-Jährige als Oberarzt an der Augenklinik des Universitätsspitals Zürich.

Neue Linsen – neue Perspektiven
Dr. Eberhard behandelte circa 2‘000 Patientinnen und Patienten. Bei zahlreichen Personen entfernte er den Grauen Star. «Unter ihnen befanden sich sehr viele Kinder», berichtet Dr. Eberhard. Zu diesen jungen Patientinnen und Patienten gehörte auch der zehnjährige Charles, der fünf Jahre lang an beiden Augen am Grauen Star erkrankt war. Sein Vater wollte ihn trotzdem an der Schule anmelden, doch Charles fiel aufgrund seiner Sehschwäche beim Eintrittstest durch. Eine auf Kinder wie Charles spezialisierte Schule gibt es in der Nähe von Kampala nicht. Und eine rettende Operation konnte sich die Familie nicht leisten.

Charles saß daher Tag für Tag tatenlos zuhause. Bis zum Moment als sein Vater vom Mengo-Spital hörte. Dessen Fonds für Kinder armer Familien wird von der CBM gespiesen. So erhielt auch Charles seinen Operationstermin, bei dem Dr. Eberhard ihm die getrübten Linsen entfernte und durch künstliche ersetzte. Bereits der anschließende Sehtest zeigte, dass sich Charles Sehkraft stark verbessert hat. Zwei Monate nach dem Eingriff erhielt er eine Brille, dank der er Anfang 2017 voller Freude in die Schule eintreten kann.

Viele Betroffene mit starkem Augenleiden
Wie Charles kommen viele Patientinnen und Patienten mit bereits weit fortgeschrittenen Augenleiden ins Mengo-Spital, konstatiert Dr. Eberhard. Die Gründe dafür seien neben der weit verbreiteten Armut auch fehlendes Wissen und die mangelnde Ausbildung des dörflichen Gesundheitspersonals. «Ausser beim korrigierbaren Grauen Star kann der Sehverlust vielfach nur noch aufgehalten werden. Dieses Ergebnis, nicht ganz erblinden zu müssen, ist für die Menschen dennoch von unschätzbarem Wert», sagt Dr. Eberhard.

541‘000 Eingriffe pro Jahr
Wegen der hohen Anzahl an Betroffenen sind die Operationen am Grauen Star ein wichtiger Teil der CBM-Arbeit. Von 2013 bis 2015 wurden im Schnitt 541‘000 solcher Eingriffe mit der Förderung der CBM durchgeführt. Seinen Anfang nahm die Erfolgsgeschichte im Jahr 1966, als in Afghanistan die erste Operation durch die CBM ermöglicht wurde. Mittlerweile hat die CBM dank ihren Spenderinnen und Spendern weltweit mehr als 13 Millionen Eingriffe am Grauen Star finanziert und damit blinden Menschen das Augenlicht wieder geschenkt. (Foto: CBM)