Sieben digitale Leuchtturm-Vorhaben in Afrika: Start von Africa Cloud angekündigt

Sieben digitale Leuchtturm-Vorhaben in Afrika: Start von Africa Cloud angekündigt

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) stellt am Rande der Kabinettsklausur in Meseberg sieben digitale Leuchtturm-Vorhaben in Afrika vor. Insgesamt investiert das Entwicklungsministerium fast 270 Millionen Euro in mehr als 200 Digitalprojekte in Afrika.

Entwicklungsminister Gerd Müller: „Auf der Welt sind mehr Menschen online als offline. Nirgendwo schreitet die Digitalisierung schneller voran als in Afrika. Die Zahl der Internetnutzer hat sich dort in den letzten fünf Jahren verdreifacht. Wir dürfen die digitale Entwicklung in Afrika nicht verschlafen! Sonst schaffen wir nie ausreichende Angebote für Bildung, Ausbildung und Jobs. Wir starten jetzt die ‚Africa Cloud‘. Mit der neuen Plattform schaffen wir E-Learning-Angebote für junge Menschen in ländlichen und abgelegenen Gebieten in Afrika. Die Inhalte für Berufsausbildende, junge Landwirte oder Digitalunternehmer werden lokal entwickelt und können auf dem PC oder Smartphone heruntergeladen werden. Lokale Partner und ein Coach begleiten die Kurse. Diese starten im Januar 2020 in unseren Grünen Agrar-Innovationszentren in Afrika.“

„Mit der Digitalisierung kann Afrika riesige Entwicklungssprünge machen. Dazu müssen wir das volle Potenzial heutiger Technik nutzen, um für die jungen Afrikaner neue Chancen in der Ausbildung, im Agrarbereich, in der Medizin oder im Tech-Sektor zu schaffen. Mit der Initiative ‚Digitales Afrika‘ setzt das Entwicklungsministerium bereits rund 40 Projekte mit einem Volumen von 165 Millionen Euro um. Von der Stärkung der guten Regierungsführung mit internetbasierter Bürgerbeteiligung über neue Verkaufswege für Bauern per App bis zur medizinischen Versorgung auf dem Land per Telemedizin. Das ermöglicht ganz reale Entwicklungssprünge und eröffnet auch deutschen und europäischen Unternehmen neue Investitionschancen“, so Minister Müller weiter.

Sieben digitale Leuchtturm-Vorhaben des BMZ in Afrika:

(1)      Initiative „Digitales Afrika“: Seit 2015 hat das BMZ damit rund 40 Projekte mit einem Volumen von 164 Mio. Euro initiier. Ein Beispiel ist das Projekt „Moving Rwanda“ mit Volkswagen, Siemens, SAP und Inros Lackner für digitale, umweltfreundliche Mobilitätskonzepte. So werden in der Haupstadt Kigali Carsharing-Modelle mit Elektroautos eingeführt. Die Software stammt von lokalen Entwicklern. In Kamerun wurde der digitale Bezahlverkehr ausgebaut.

(2)      Initiative „Make-IT“: Das BMZ fördert gemeinsam mit Unternehmen und Netzwerken der europäischen Digitalwirtschaft die digitale Gründerszene, etwa in Kenia, Ruanda, Nigeria, Ghana und Tunesien.

(3)      Digitale Lernplattform „Africa Cloud“: Die Plattform schafft eLearning-Angebote für junge Menschen in ländlichen und abgelegenen Gebieten: Digitalunternehmer, Menschen in der Berufsbildung, Landwirte in ländlichen Gebieten, Experten der digitalen Transformation.

(4)      „#eSkills4Girls-Initiative“: Während der deutschen G20-Präsidentschaft 2017 hat das BMZ die Initiative ins Leben gerufen. Ziel ist die Bildungs- und Beschäftigungsperspektiven von Mädchen und Frauen in einer digitalisierten Welt zu fördern – gemeinsam mit Partnern aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft.

(5)      „Digitalzentren“: Unter einem Dach wird technisches Knowhow, akademisches IT-Wissen und digitales Unternehmertum gebündelt. Die Digitalzentren sind Anlaufpunkte für Berufseinsteiger und Gründer, um kreative Digital-Lösungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln und sollen afrikanische Regierungen dabei unterstützen, Strukturen und Kapazitäten für die Entwicklung, Umsetzung und Verbreitung von digitalen Lösungen zu etablieren. Das erste Digitalzentrum wurde 2019 in Ruanda eröffnet. Mit Digitalzentren in Tunesien, Senegal, Kenia, Ghana und weiteren Ländern soll künftig ein panafrikanisches Netzwerk entstehen.

(6)      Initiative „Künstliche Intelligenz für Alle – FAIR Forward“: Ausbau der lokalen, wertebasierten KI-Entwicklung und besseren Datenschutz, vor allem mit Partnern aus Ghana, Ruanda, Uganda, Südafrika und Indien. Mit der Internet-Firma „Mozilla“ erarbeiten wir Spracherkennung für lokale afrikanische Sprachen, z.B. für Sprachassistenten, die lokale afrikanische Sprachen wie Kinyarwanda verstehen.

(7)      „Strategische Partnerschaft Digitales Afrika“: Vernetzt Unternehmen für neue Geschäftsideen, z.B: die mobile Erfassung von Steuern in Sambia, eine E-Commerce-Plattform in Ruanda oder die Digitalisierung von Wertschöpfungsketten in der Landwirtschaft in Uganda. Derzeit sind über 150 Firmen im Netzwerk aktiv, u.a. SAP und Siemens aber auch kleine und mittelständische Unternehmen. Bereits 20 Projekte wurden so angestoßen.

Das BMZ kooperiert auch mit den Organisatoren der re:publica und hat die Konferenz vor einem Jahr erstmals nach Afrika gebracht. Bei der re:publica in Accra (Ghana) entwickelten Vorreiter, Visionäre und Tüftler aus Afrika in fast 100 Sessions lokale digitale Lösungen für neue Beschäftigung. Das BMZ fördert diese digitalen Innovationen „Made in Africa“ – auch um den Austausch zum digitalen Wandel zwischen Afrika und Deutschland zu vertiefen. (bmz)