Silvester 2014: Notizen aus Malis Hauptstadt

Silvester 2014: Notizen aus Malis Hauptstadt

Geschäftige Betriebsamkeit auf den zahlreichen größeren und kleineren Märkten in Bamako zeichnet das Bild so kurz vor dem Jahresende. Besonders gefragt sind die attraktiv dargebotenen Schuhe in allen Preislagen und Farben. Ebenso sind die Produkte für die neue Friseur wie auch für die Bemalung von Händen und Füssen mit Henna ein gutes Geschäft bei der Vorbereitung auf die bevorstehenden Festivitäten.

Für viele Malier ist es wichtig, Silvester in einem neuen Gewand feierlich zu begehen. Deshalb türmen sich bei den Färbern und denen, die die Stoffe mit Mustern versehen, die Nachfragen. Wer mehr investieren will, kann sich seine Bekleidung mit aufwändigen Stickereien verschönern. Auch bei den Schneidern rattern bis spät in die Nacht die Nähmaschinen damit Frauen, Männer und Kinder rechtzeitig zum Fest ihre neue Kleidung präsentieren können.

An den Verkaufsständen mit den Hühnern prüfen die kritischen Blicke von Frauen, zuweilen auch von Männern, die Beschaffenheit der angeboten Exemplare. In vielen Familien steht obligatorisch das gebratene Hühnchen mit Pommes Frites und Salat auf dem Speiseplan. Das ist mit ein Grund, dass die Preise am Jahresende in die Höhe schnellen. 3000 FCFA (rd. 4,50 Euro) kostet das Stück.

Feuerwerke jeglicher Art sind in diesem Jahr aufgrund der gegenwärtigen politischen Situation verboten.

Für eine besondere Silvesternacht bevorzugen andere in Restaurants ausgiebig zu essen und zu feiern. Dabei reicht die Skala der angebotenen Menüs von 5000 – 50 000 FCFA für eine Person (das entspricht etwa  8 – 80 Euro). Je nach Preis wird das Jahresendfest von einem Orchester und kleinen Überraschungen für die Gäste begleitet.

Einige Bespiele
Fatimatou, Angestellte in einer Zuckerrohr verarbeitenden Fabrik; findet eigentlich nicht allzu viele Gründe, Silvester und Neujahr zu begehen. Ihr Verlobter hat ihr ein Abendkleid geschenkt, mit reichlich Goldflimmer. Er möchte, dass sie zusammen ausgehen. Sie hat entschieden. „Wir werden zu Hause zu Abend essen, Fleischklößchen mit Gemüse. Am Neujahrestag wollen wir unsere Familien besuchen und ihnen ein gutes Neues Jahr wünschen“.

Moussa ist Jurastudent. Er will mit seinen Freunden zusammen feiern. Jeder von ihnen hat Geld in eine gemeinsame Kasse eingezahlt. Damit werden sie Essen und Getränke einkaufen und ihre Musik aus ihren Radios und dazu gehörenden Riesenlautsprechern hören. „In der Stadt sind viele Autos und Mopeds unterwegs, es ist  mir zu laut. Ich bevorzuge die gemütliche Atmosphäre unter meinen Freunden“.

Safi, Schülerin, hat von ihren Eltern ein neues buntes Kleid bekommen. „Ich freue mich sehr, es zu tragen. Mit meinen Freunden tanze ich in der Diskothek zu Musik, die mir gefällt, und wir sind unter uns“. Vielleicht kann ich sie vorher noch zu einem Besuch eines der vielen Konzerte zum Jahreswechsel  überreden“.

Aissata ist Hausfrau mit zwei kleinen Kindern, sie findet niemanden, der auf sie aufpasst. Deshalb haben sie und ihr Mann beschlossen, Freunde einzuladen, die auch Kinder haben. Gemeinsam wollen sie im kleinen Kreis essen und trinken, um das alte Jahr zu verabschieden und das Neue Jahr zu begrüßen. (Theresa Endres, Text und Foto)