Strategie einer intensiveren Agrarentwicklung in Afrika

Strategie einer intensiveren Agrarentwicklung in Afrika

Ein Beitrag von Dipl.oec. Gerd Eckert
Das Recht auf Nahrung als Menschenrecht ist ein Kampf, der durch die internationale Gemeinschaft ernsthafter geführt werden muss. Die Ressourcen der afrikanischen Länder reichen aus, um Hunger und Armut zu beseitigen. Dieses Ziel soll mobilisiert werden mit dem für 2014 von der AU deklarierten „Jahr der Landwirtschaft und Ernährungssicherung in Afrika“.

Und was können die Menschen auf dem Kontinent selbst bewältigen?
Die beeindruckende Größe Afrikas bietet 70% des fruchtbaren Bodens der Welt, und 65% der Arbeitskräfte der Länder sind beschäftigt mit Landwirtschaft, die wiederum 32% des Bruttosozialprodukts erwirtschaftet. Bisherige Entwicklungen in Afrika zeigen, dass der Weg in die Modernisierung der Agrarwirtschaft nur mit Unterstützung von außen zu erfolgreichen Resultaten führt.

Konzepte unserer Regierung und vieler Institutionen, die gegen die Hungerbarrieren vieler Regionen des Kontinents gerichtet sind, wirken philosophisch. Wenn auch das BMZ in der Zukunftscharta auf nachhaltige Strategien verweist, dürfen die Konzepte nicht in der Theorie stecken bleiben, die aufgestellten Prämissen müssen in die Tiefe des praktischen Lebens vor allem der Tausenden von Kleinbauern dringen, um deren Existenz zu sichern. Dafür werden auch die neu zu schaffenden Strukturen für das starke Kleinbauerntum zu höherer Produktivität führen.

Die staatlichen Agrarförderungen sind gezielt auf die von den lokalen Farmer-Organisationen vorgesehenen Projekte einzusetzen. Gleichzeitig sind aber mehr private Investitionen aus der deutschen Wirtschaft gefragt. Hier haben wir es jedoch teilweise zu tun mit schwachen Vorstellungen der afrikanischen Partner. Deshalb muss ein offensives, partnerschaftliches Tun die notwendige Entwicklung im Agrarsektor der einzelnen Länder voranbringen. Vor allem bieten in den lokalen Bereichen jeder Region genossenschaftliche Zusammenschlüsse den Bauern Vorteile, die z.B. von deutschen Agrargenossenschaften demonstriert werden sollten.

Modernisierung zielt auf Mechanisierungsmaßnahmen, die den Kleinbauern wegführen soll vom „ handgeführten Pflug zu „leichten Technologien“. Daraus ergibt sich auch die Notwendigkeit, Manufakturkapazitäten für Metall- und Holzbearbeitung zu errichten. Das schafft Ausbildungs- und Arbeitsplätze für die Jugend.

Die enorme Höhe der Nahrungsmittelimporte der Länder muss gesenkt werden durch heimische Verarbeitung der Agrarprodukte. Darin sind echte Chancen für deutsche Unternehmen, auch der Landwirtschaft zu sehen, um als potentielle Partner mitzuwirken. Jedoch, immer wieder konnte ich feststellen, dass Agrarbetriebe keinen Mut finden, um über den eigenen Tellerrand hinaus ihre Erfahrungen im Süden anzubieten. Der DGRV z.B. agiert in zwei afrikanischen Ländern (Äthopien, Sambia ), verschließt sich aber für Gespräche zu weiteren Projekten.

Mir scheint auch die Wirkung der vom BMZ initiierten Innovationszentren für Afrikas Landwirtschaft nicht transparent genug. Wie ist die deutsche Argrarwirtschaft integriert? Auch die angesprochenen Initiativen von German Food Partnership lassen die Frage offen, wohin führen sie und mit welchen Finanzierungen.

Eine Möglichkeit, die Bindungen zwischen unseren Agrarbetrieben mit den Interessen und Wünschen von Partnern afrikanischer Länder zu vertiefen, könnte ein zu organisierendes „Feldforum“ sein, in einem Bundesland (Brandenburg) mit hiesigen Vertretern afrikanischer Länder, um damit neue Ansätze für eine Zusammenarbeit zu finden. Es wäre wünschenswert, wenn diese Idee von der IHK und dem DBV aufgegriffen würden. (Foto: irin)