Südafrika erklärt Energiesicherheit zur Priorität

Südafrika erklärt Energiesicherheit zur Priorität

Faith Muthambi, südafrikanische Ministerin of Communications, zu den Energieplänen

Unsere Energiereserven sind infolge der gestiegenen Nachfrage aus Industrie und Privathaushalten, die mit unserer wirtschaftlichen Expansion in 20 Jahren Demokratie einherging, zunehmend knapp geworden. Millionen Südafrikaner, die bisher von der Versorgung ausgeschlossen waren, sind infolge unseres erfolgreichen Elektrifizierungsprogramms nun an das Versorgungsnetz angeschlossen. Dies konnte jedoch nur durch die Nutzung von Energiereserven erreicht werden, die nie für die Massenversorgung vorgesehen waren.

Prognosen zufolge wird unser Energieverbrauch von 260 Terrawattstunden (TWh) im Jahr 2010 auf 454 TWh im Jahr 2030 ansteigen. Der Spitzenstrombedarf wird ebenfalls von 39 Gigawatt (GW) im Jahr 2010 auf 68 GW im Jahr 2030 steigen.

Die Regierung hat die Energiesicherheit deshalb zur Priorität erklärt. Die Investitionen in diesen Sektor sollen eingesetzt werden, um unsere Wirtschaft umzuwandeln. Angesichts unserer Verpflichtung zur Verringerung der CO2-Emissionen soll dies auf umweltbewusste Weise geschehen. „Die Situation erfordert eine radikale Umgestaltung des Energiesektors, um einen nachhaltigen Energiemix zu entwickeln, der sowohl Kohle, Solarenergie, Windenergie, Wasserkraft und Gas als auch Kernenergie umfasst“, erklärte der südafrikanische Präsident Jacob Zuma in diesem Jahr.

Der „Integrated Resource Plan 2010“ sieht für Südafrika 6,3 Gigawatt Kohleenergie, 11,4 Gigawatt erneuerbare Energien, 9,6 Gigawatt Kernenergie und 11,0 Gigawatt aus anderen Erzeugungsquellen vor. Durch diesen Energiemix wird ein Gleichgewicht zwischen den Energiequellen ermöglicht und eine zuverlässige Versorgung gewährleistet, um den wachsenden Bedarf des Landes zu decken.

Idealerweise hätten wir erneuerbare Energien wie Biomasse, Windenergie, Solarenergie und Wasserkraft als Grundquelle bevorzugt. Doch leider ist es nicht möglich, auf diese Weise den immensen Energiebedarf zu decken. Da sich durch Kernkraft rund um die Uhr kostengünstig und zuverlässig große Mengen an Energie erzeugen lassen, ist Kernenergie ein sicherer Faktor in unserem Energiemix.

Weltweit steigt der Energiebedarf. Kernenergie gilt deshalb in vielen Nationen als unverzichtbar für die Energiesicherheit eines Landes. Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation wurde im Jahr 2012 etwa 12,3 Prozent der weltweiten Energie durch Kernenergie erzeugt. Etwa 30 Länder betreiben 435 Kernreaktoren zur Elektrizitätserzeugung, in circa 15 Ländern befinden sich derzeit 72 neue Kernkraftwerke im Bau. Kernenergie gilt als saubere Energie; sie trägt nicht zum Klimawandel bei und wird sich positiv auf unsere Emissionsverringerungsziele im Rahmen unserer globalen Verpflichtung auswirken. Auf diese Weise können unsere Kohlekraftwerke langfristig ersetzt werden.

Wir haben bereits mit den Vorbereitungen begonnen, um den Weg für die Beschaffung von Kerntechnologie zu ebnen, und führen derzeit Sondierungsgespräche mit den USA, Südkorea, Japan, Russland und Frankreich. Wir haben bereits ein Regierungsabkommen hinsichtlich einer strategischen Partnerschaft und Zusammenarbeit im Bereich der Kernenergie und –industrie mit Südkorea und Russland abgeschlossen. Auch mit Frankreich wollen wir bei der zivilen Nutzung der Atomenergie enger zusammenarbeiten und haben ein Kooperationsabkommen abgeschlossen.

Dieses Programm wird unseren künftigen Wohlstand sichern, indem es unsere Unabhängigkeit im Energiebereich sicherstellt, Arbeitsplätze schafft und unsere Wirtschaft weiter industrialisiert.

Obwohl Kernkraftwerke teuer sind und eine lange Anlaufzeit benötigen, um vollständig betriebsbereit zu sein, ist ihr Betrieb im Allgemeinen günstiger als bei anderen Kraft-werkstypen. Die Regierung ist darauf bedacht, dass zukünftige Generationen nicht durch die Kosten belastet werden und stellt sicher, dass der Prozess fair und kosteneffizient abgewickelt wird.

Die Energiepläne Südafrikas werden nicht nur für Licht in unseren Häusern sorgen, sondern bieten ebenfalls das Potenzial, unsere Wirtschaft zu revolutionieren. Sie werden Südafrika dabei helfen, ein positives Wirtschaftswachstum zu erzielen sowie Arbeitsplätze und bessere Lebensbedingungen zu schaffen. (themenportal.de)