Südafrika / Jeff Radebe, südafrikanischer Minister in the Presidency: „Das wirtschaftliche Zusammenspiel zwischen den afrikanischen Nationen muss gestärkt werden“

Südafrika / Jeff Radebe, südafrikanischer Minister in the Presidency: „Das wirtschaftliche Zusammenspiel zwischen den afrikanischen Nationen muss gestärkt werden“

„Südafrika tritt seit 1994 für ein dynamisches und nachhaltiges Afrika ein, das sich durch eine größere Einheit und Solidarität zwischen allen Nationen auszeichnet. In diesem Zusammenhang haben wir umfassende Beziehungen mit zahlreichen afrikanischen Ländern aufgebaut, die unsere Wirtschaft stützen und dabei helfen, das wechselseitige Geschäft sowie den Handel und Investitionen auf dem gesamten Kontinent zu fördern“, erklärt Minister Radebe.

„Unsere langjährigen Beziehungen mit unseren Nachbarländern haben es uns ermöglicht, Strom und Wasser zu beziehen, um den Bedarf unseres Landes zu decken. Das Lesotho-Hochland-Wasserprojekt beispielsweise ist eine wichtige Quelle für unsere Wasserversorgung und wir beziehen einen Großteil unserer Elektrizität von der Cahora-Bassa-Talsperre in Mosambik. Gas beziehen wir von unseren afrikanischen Nachbarländern, das in der lokalen Industrie sowie in Privathaushalten zum Einsatz kommt und tausende Arbeitsplätze sichert. Darüber hinaus ist Südafrika ein wichtiger Importeur von Rohöl aus den afrikanischen Ländern. In Zukunft wird das Great Inga Hydropower Scheme in der Demokratischen Republik Kongo Elektrizität für eine Reihe von Ländern der SADC-Region, darunter Südafrika, erzeugen.

Die Bedeutung eines blühenden Kontinents und einer florierenden Region geht auch aus unserem National Development Plan hervor, welcher der globalen Verlagerung der Wirtschaftsmacht von den Industrieländern hin zu den Entwicklungsländern Rechnung trägt.

Projekte wie das Nord-Süd-Bahnnetz und Straßenverbindungen werden vorangetrieben, um das panafrikanische Bahnnetz und die Straßeninfrastruktur zu verbessern. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Nord-Süd-Korridor, der Durban mit Mombasa in Kenia verbindet.

Wir haben unsere Präsenz auf dem Kontinent deutlich ausgebaut. Südafrika hat durch eine Lockerung der grenzüberschreitenden Finanz- und Steuervorschriften für Unternehmen lokale Firmen ermutigt, in ganz Afrika zu expandieren, um das Wachstum auf dem Kontinent zu fördern. Ähnliche Unterstützungsmaßnahmen gelten auch für ausländische Firmen, die in Afrika investieren und dabei Südafrika als regionalen Hauptsitz nutzen möchten.

Das wirtschaftliche Zusammenspiel zwischen den afrikanischen Nationen muss gestärkt werden, wenn wir eine bedeutende Kraft in der globalen Wirtschaft werden wollen. Durch unsere Initiativen fördern wir bereits den Handel und Investitionen innerhalb des afrikanischen Kontinents. Dadurch können wir die traditionelle Abhängigkeit des Kontinents vom externen Handel und externen Investitionen allmählich verringern. Wenn wir zusammenhalten und uns gegenseitig weiterentwickeln, sind die Möglichkeiten endlos.

Mit der Einrichtung einer kontinentalen „Tripartite Free Trade Area” wird die größte Freihandelszone Afrikas mit einem einzigen gesamtkontinentalen Markt geschaffen, dessen Wert auf 1 Billion US-Dollar (11,85 Billionen Rand) geschätzt wird. Die vorgeschlagene Freihandelszone umfasst 26 afrikanische Länder mit einem BIP von insgesamt über 860 Milliarden US-Dollar und einer Gesamteinwohnerzahl von 600 Millionen Menschen.

Laut der 2014 Africa Attractiveness Survey von Ernst & Young wird sich Afrika in weniger als fünf Jahren gemeinsam mit Asien zum zweitattraktivsten Investitionsziel entwickeln. Investoren, die bereits in Afrika tätig sind, sehen den Kontinent bereits als eines der weltweit attraktivsten Investitionsziele.

Südafrika ist ein vielfältiges Investitionsland und durchläuft eine wirtschaftliche Erneuerung. Wir bauen unsere industrielle Entwicklung aus und konzentrieren uns dabei auf die Fertigung sowie Investitionen in die Verarbeitung von Agrarprodukten. Der Energiesektor bietet lukrative Investitionsmöglichkeiten, die von erneuerbaren, konventionellen und unkonventionellen Energiequellen bis hin zu Schiefergas und Atomenergie reichen.

Unsere wirtschaftliche Entwicklung wird durch konkrete Investitionen in den Straßen- und Schienenbau, neue Kraftwerke, den Wohnungsbau sowie in Wasser- und Abwassersysteme vorangetrieben“. (themenportal.de,  Text + Foto)