Südafrika: NECSA will Nuklearmedizin durch globale Partnerschaft wachsen lassen

Südafrika: NECSA will Nuklearmedizin durch globale Partnerschaft wachsen lassenAm 26. Juli 2018 haben die Südafrikanische Korporation für Kernenergie (NECSA) und Rusatom Healthcare, die Healthcare-Division des russischen staatlichen Atomkonzerns Rosatom, ein Abkommen über die Zusammenarbeit im Bereich der nicht energie-bezogenen Nutzung der Nukleartechnologien am Rande des BRICS-Gipfels unterzeichnet. Das Abkommen zielt darauf ab, das volle Potenzial der Vertiefung der für beide Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit im Bereich der Innovation und technologischen Entwicklung im Zusammenhang mit der friedlichen Nutzung der Kernenergie auszuloten.

Der Hauptbereich der Zusammenarbeit, der im Dokument vorgesehen wird, ist Nuklearmedizin und insbesondere der Krebsbehandlung in Afrika und im Ausland.

Dr. Kelvin Kemm, Vorsitzender von NECSA, sagte: „Dies ist eine aufregende Zeit für uns, wir planen schon seit längerem eine massive Ausweitung unserer nuklearmedizinischen Aktivitäten und freuen uns darauf, diese Möglichkeiten mit unseren russischen Partnern zu erkunden“.

Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der jüngsten Fortschritte in diesem Sektor planen Rusatom Healthcare und NECSA eine Partnerschaft beim Bau von zwei innovativen Lösungsreaktoren auf dem Territorium Südafrikas. Lösungsreaktoren sind kleine und relativ kostengünstige Reaktoren, die speziell für die kostengünstige Herstellung von nuklearmedizinischen Produkten entwickelt wurden. Die Parteien planen außerdem, in Südafrika ein kommerzielles Zyklotron zu bauen, um die Produktionskapazität der Nuklearmedizin in der Region weiter zu erhöhen. Ein Zyklotron ist ein weiteres kosteneffektives Verfahren zur Herstellung verschiedener Radiopharmazeutika.

„Beide Parteien verfügen über eine große Expertise in diesem Bereich und wir glauben, dass eine gemeinsame Anstrengung neue Märkte erschließen und neue technologische Fortschritte in diesem Sektor beschleunigen wird. Die Nuklearmedizin expandiert weltweit schnell und spielt eine entscheidende Rolle bei der Früherkennung von Krebs und anderen nicht übertragbaren Krankheiten“, sagte Denis Tscherednitschenko, Generaldirektor von Rusatom Healthcare.

Der CEO von NECSA Phumzile Tshelane hob hervor, der Ausbau der Nuklearmedizin und die Früherkennung von Krebs stünden direkt im Einklang mit dem Ziel von Präsident Ramaphosa bei SONA Anfang dieses Jahres, die schreckliche Krankheit zu bekämpfen. „Die Nuklearmedizin ist die effektivste Methode zur Früherkennung von Krebs. Je früher der Krebs erkannt wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass er positiv auf die Behandlung anspricht. Dies führt in der Regel zu einer größeren Wahrscheinlichkeit der Genesung“.

Die aussichten für Nuklearmedizin kommentierte auch Prof. Dr. Ken Herrmann,
Direktor der Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Essen. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf dem Gebiet der nichtenergetischen Anwendungen nuklearer Technologien könne dazu beitragen, die öffentliche Wahrnehmung von Radioaktivität im Allgemeinen zu verbessern, so Herrmann.

„Die Kapazitäten der Nuklearmedizin im Kampf gegen Krebs übertreffen diejenigen von anderen Diagnose- und Behandlungsmethoden, vor allem bei Diagnostik und Therapie – ohne Bezugnahme auf spezifische Länder“, sagte er weiter.

Dabei sei die Kooperation mit Ländern, die über umfassendere Erfahrung im Umgang mit nuklearmedizinischen Technologien verfügen, für die Entwicklungsländer absolut notwendig und hilfreich, gerade wenn eine Kommerzialisierung angedacht ist, fügte der Experte hinzu. (Rosatom)