Südsudan: Einrichtung von Ärzte ohne Grenzen in Pibor geplündert – Teams versorgen Verletzte

hospitalAm Dienstagnachmittag brachen Kämpfe in der südsudanesischen Region Pibor aus, während derer eine medizinische Einrichtung von Ärzte ohne Grenzen geplündert wurde. Mindestens 35 Menschen wurden verletzt. Etwa 1.000 Vertriebene suchen nun auf einem Gelände der Vereinten Nationen Schutz.

 

Die Kämpfe begannen am frühen Nachmittag des 23. Februar und hielten den ganzen Tag an. Am Abend war das Team von Ärzte ohne Grenzen gezwungen, in seiner Unterkunft Schutz zu suchen. Nachdem jedoch die schweren Gefechte immer näher rückten, musste das Team selbst die Schutzzone am UN-Gelände aufsuchen. Unsere Mitarbeiter nahmen medizinische Ausrüstung und Material mit und halfen bei der medizinischen Versorgung der Verwundeten. Bis Mittwochmittag 13.00 Uhr behandelten sie so 35 Patienten. Es gibt jedoch nicht genug chirurgische Kapazitäten, und in der Region halten die Kämpfe weiter an. Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen konnten beobachten, wie mehrere Häuser durch die Gewalt zerstört wurden. Ob und in wie weit die Gebäude von Ärzte ohne Grenzen zerstört wurden, konnte das Team bislang nicht feststellen.

 

„Es herrscht dringender Bedarf an medizinischer Nothilfe hier in Pibor, doch es gibt nur sehr eingeschränkte Kapazitäten, um zu helfen und Leben zu retten“, so Corinne Benazech, Einsatzleiterin von Ärzte ohne Grenzen. „Wir müssen uns erst ein Bild der Zerstörung und Plünderung unseres Gesundheitszentrums machen. Doch wenn es uns nicht möglich sein sollte, unsere Hilfe wieder aufzunehmen, würde das eine ohnehin schlimme Situation zu einer Katastrophe machen – denn außer Ärzte ohne Grenzen bietet in diesem Gebiet keiner medizinische Hilfe an. Wir wiederholen unseren Aufruf, dass alle bewaffneten Akteure das internationale humanitäre Recht respektieren müssen, unter dessen Schutz die Zivilbevölkerung, medizinische Einrichtungen und die Bereitstellung humanitärer Hilfe stehen.“ (MSF, Foto: irin)