Südsudan: Masernepidemie im Überschwemmungsgebiet außer Kontrolle – Ärzte ohne Grenzen ruft dringend zu Impfkampagne auf

Mutter mit ihren 2 an Masern erkrankten Kindern in einem Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen – Foto: MSF

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ruft die Gesundheitsbehörden und medizinische Organisationen dringend zu einer Masern-Impfkampagne in dem von schweren Überschwemmungen heimgesuchten Gebiet um die Stadt Pibor im Osten des Südsudan auf. Die für geschwächte Kinder sehr gefährliche Krankheit breitet sich im Notstandsgebiet schnell aus.

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen haben bereits 250 Kinder behandelt. Überschwemmungen, Malaria und Mangelernährung sorgen zusammen mit der Masernepidemie für eine schwere Gesundheitskrise, die besonders das Leben von Kindern gefährdet.

„Wir stellen fest, dass die Masern sich schon weit verbreitet haben und die Epidemie außer Kontrolle gerät“, sagt Adelard Shyaka, Arzt der Organisation in Pibor. „Das ist besonders besorgniserregend, da das gesamte Gebiet überflutet ist und ein Notstand herrscht. Wir haben die Zahl unserer Isolationsbetten immer weiter ausgeweitet, von vier auf jetzt 18. Im Moment behandeln wir 30 Kinder mit schwerem Verlauf von Masern in unserer Klinik. Die Situation wird verschärft durch weitere Krankheiten wie schwere Malaria, Lungenentzündung und schwere Mangelernährung. Zwei Kinder sind schon gestorben, und wir sind sehr besorgt, dass ohne eine schnelle Impfkampagne mehr Kinder sterben werden.“ (msf)