Südsudan: Zwei Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen bei Angriffen getötet

Download.aspxZwei südsudanesische Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen wurden in den vergangenen Tagen im Bundesstaat Unity bei voneinander unabhängigen Angriffen auf ihre Dörfer getötet. Ein Logistiker, der seit sechs Jahren für die Organisation arbeitete, kam im Dorf Wulu ums Leben. Ein Gesundheitshelfer, der seit vier Jahren bei Ärzte ohne Grenzen beschäftigt war, starb im Dorf Payak. Beide Dörfer befinden sich in der Nähe der Stadt Leer. Über die genauen Umstände ist noch nichts bekannt.

 

„Wir sind zutiefst geschockt und traurig über den Tod unserer Kollegen“, erklärt Landeskoordinatorin Tara Newell. „Das ist ein weiteres Anzeichen für das Ausmaß der Gewalt, unter dem die Bewohner des Bundesstaats Unity seit langem leiden.“

 

Ärzte ohne Grenzen hatte in Leer das einzige Krankenhaus für eine Bevölkerung von etwa 200.000 Menschen betrieben, bevor es 2014 komplett zerstört wurde. Noch im vergangenen Jahr kehrten Teams zurück, um in provisorischen Einrichtungen medizinische Hilfe zu leisten. Im Mai diesen Jahres musste Ärzte ohne Grenzen wegen der zunehmenden Kämpfe alle internationalen Mitarbeiter aus Leer evakuieren. Zahlreiche südsudanesische Mitarbeiter flohen damals aus der Stadt. Von manchen hat die Organisation seitdem nichts mehr gehört. Einige setzten trotz der Vertreibung ihre medizinische Hilfe für die anderen Vertriebenen fort. Im vergangenen Monat war noch ein mobiles Team mit einem Mediziner im Einsatz, das 50 Opfer der jüngsten Kämpfe wegen Schussverletzungen behandelt hat. (MsF, Foto: irin)