“There is no money for food” – Jana im VoluNation Projekt

“There is no money for food” – Jana im VoluNation Projekt

Die Schüler saßen mit leerem Magen im Unterricht. Die 18-jährige Jana aus Dortmund sorgte als Freiwillige an einer Kapstädter Grundschule dafür, dass jetzt jedes Kind ein Frühstücksbrot bekommt.

Ein halbes Jahr lang engagierte sie sich an einer Schule, in der 70% der Schüler aus den Townships kommen. „Die Eltern schicken ihre Kinder an diese Grundschule, damit sie später bessere Chancen auf Arbeit haben und das Township verlassen können“, erzählt Jana. An der Schule darf nämlich auch auf dem Schulhof nur Englisch gesprochen werden, was in Kapstadt nicht alltäglich ist.
„Englisch ist für die Kinder aus den Townships die erste Fremdsprache“, sagt sie. Je besser ihr Englisch ist, desto größere Chancen haben die Kinder später. Die Schulleitung achtet daher darauf, dass die Kinder untereinander nur Englisch sprechen. Von den guten Englischkenntnissen der Kinder war sie beeindruckt, denn deren Muttersprache ist Xhosa, eine der Amtssprachen Südafrikas. „Natürlich haben sie sich nicht immer daran gehalten“, erinnert sie sich. „Wenn sie über mich getuschelt haben, dann auf Xhosa, damit ich ja nichts verstehe.“

Ein normaler Arbeitstag begann morgens um kurz vor acht. Dann versammelten sich alle Schüler auf dem Schulhof und hörten den Anweisungen der Direktorin zu, bevor der Unterricht in den Klassenräumen begann. „Meistens half ich in einer zweiten Klasse als Assistentin“, erzählt sie. Jana verteilte und korrigierte im Mathe- und Englischunterricht Aufgaben und unterstützte die Schüler, wenn sie Fragen hatten. Sobald ein Lehrer ausfiel, übernahm sie den gesamten Unterricht und stand als Lehrerin vor ihrer Klasse. Um 15 Uhr endete ihr Arbeitstag.

Eine Erfolgsgeschichte: Janas Frühstücksprojekt
Doch der Schulweg aus den Townships hat seinen Preis. „Die Eltern bezahlen dafür im Monat rund 40 Euro.“ Das ist für viele Familien sehr viel Geld. So viel, dass für das Essen nicht genug übrig bleibt. Immer wieder kam es vor, dass Schüler über Bauchschmerzen klagten und sich im Krankenzimmer hinlegen mussten. Schon bald nach dem Beginn ihrer Freiwilligenarbeit wusste Jana, woran das lag. „There is no money for food.“ – Es ist kein Geld für Essen da, antwortete einmal eine Schülerin auf die Frage der Schulsekretärin, ob sie etwas gegessen habe. „Die Kinder hatten ohne Frühstück einfach Hunger“, erzählt sie.

Und so setzte sie eine Idee um, auf die sie noch immer stolz ist. Sie sprach ihre Eltern, Verwandten und Freunde in Deutschland an, bat um Spenden, kaufte von dem Geld morgens ein und schmierte den Kindern Frühstücksbrote. In der ersten Pause verteilte sie die Brote in den Klassenräumen und sorgte so dafür, dass die Kinder wieder mitarbeiten konnten. „Es hat keinen Sinn, wenn die Eltern für den Schulbus zahlen, aber ihre Kinder vor Hunger unkonzentriert sind oder krank werden“, meint sie. Glücklich war sie darüber, dass die Schulleitung ihr Frühstücksprojekt von Anfang an unterstützt hat.

Jana wusste, dass das Geld irgendwann alle sein wird. Wie also das Frühstücksangebot weiterführen? Sie sprach Geschäfte in der Umgebung und bat sie mit Erfolg um Unterstützung: Die Geschäfte versprachen, der Schule das Brot vom Vortag zu spenden. „Die Freiwilligen von VoluNation, die jetzt nach mir an der Schule arbeiten, bereiten den Kindern weiterhin das Frühstück vor“, erzählt sie zufrieden.
Auf die Schüler hat Jana einen ganz besonderen Eindruck gemacht. An ihrem letzten Arbeitstag haben sie ihr Bilder gemalt und eine halbe Stunde lang afrikanische Lieder gesungen. „Sie haben mich liebgewonnen“, erzählt sie glücklich und erinnert sich gern an die Frage eines kleinen Mädchens, ob sie denn zu ihrem Geburtstag nach Kapstadt zurückkommt.

Über VoluNation
VoluNation ist Spezialist für weltweite Freiwilligenarbeit. Neben einem umfassenden Beratungsangebot bietet VoluNation kurzfristig buchbare Freiwilligenprojekte in mehreren Staaten Afrikas, Asiens und Südamerikas an. Weitere Informationen sind im Internet unter www.VoluNation.com erhältlich.