Thulisile Madonsela (Südafrika) erhält Deutschen Afrika-Preis 2016

afrikapreis2016Am gestrigen Mittwochabend wurde in Berlin Thulisile Madonsela, die sich sieben Jahre lang unermüdlich gegen Korruption und für die Verteidigung der Verfassung in Südafrika eingesetzt hat, mit dem Deutschen Afrika-Preis 2016 der Deutschen Afrika Stiftung geehrt. Überreicht wurde der Preis im Rahmen einer feierlichen Zeremonie mit über 300 Teilnehmenden aus Politik und Gesellschaft im Allianz Forum am Brandenburger Tor von Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages: „Madonsela ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit, deren Wirken weit über das eigene Mandat und das eigene Land hinausreicht.“

In ihrer siebenjährigen Amtszeit als oberste Korruptionswächterin Südafrikas hat sie sich unermüdlich für die Verteidigung der Verfassung und rechtsstaatliche Grundsätze eingesetzt. Als erste Frau in dieser Position hat sie erfolgreich Korruption und Machtmissbrauch in Verwaltung und Regierung verfolgt.

Thulisile Madonsela hat sich als unerschrockene Verfechterin der Bürgerrechte gegenüber der Obrigkeit erwiesen, häufig zu großer Verärgerung derselben. Aufgrund ihrer Integrität und ihres Mutes hat sie es in der südafrikanischen Bevölkerung zu sehr großer Beliebtheit gebracht. Neben Tausenden kleinerer Fälle untersuchte Frau Madonsela auch größere Skandale – darunter auch solche des amtierenden Präsidenten Jacob Zuma. Ihre Untersuchungen führten unter anderem zum Rücktritt bzw. der Entlassung des nationalen Polizeichefs, zweier Minister und der Vorsitzenden der Wahlbehörde. Ihr kürzlich erschienener „State Capture“ Report führ gerade in Südafrika zu einer intensiven politischen Debatte über die Zukunft der Demokratie des Landes.

Während ihres Aufenthalts in Deutschland trifft sich Madonsela auch mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Politik und Zivilgesellschaft. (Deutsche Afrika Stiftung, Text + Foto)