Tunesien: erstmals Zivilperson von Terroristen entführt – Schäfer tot aufgefunden

SAMSUNG DIGITAL CAMERADie Leiche eines Schäfers, der am Sonntag von bewaffneten Männern, die der Terrorszene zugerechnet werden, entführt worden war, wurde Dienstag in Kasserine, im mittleren Westen des Landes aufgefunden. Es ist die erste Entführung eines Zivilisten durch Terroristen in Tunesien.

Der Terrorismus treibt weiterhin sein Unwesen in Tunesien. Der leblose Körper eines tunesischen Hirten namens Guesmi Nejib, der Sonntag in der Region Kasserine entführt worden war, wurde mit einer Kugel im Kopf aufgefunden.

Im Gespräch mit dem Radiosender Jawhara sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, die sterblichen Überreste von Nejib Guesmi seien zur Autopsie freigegeben, nachdem der Vater den Toten identifiziert habe.

Eine bisher nie aufgetretene Situation in Tunesien, dass eine Zivilperson von Terroristen entführt wurde. Warum es gerade diesen Schäfer traf, ist völlig ungeklärt.

Seit dem Sturz des ehemaligen Präsidenten Ben Ali im Januar 2011, erlebt Tunesien regelmäßig Terroranschläge. Westliche Touristen sind besonders von diesen mörderischen Angriffen betroffen. Der Anschlag im Bardo-Museum und am Strand von Sousse sind immer noch in aller Munde. 59 Touristen und Dutzende Militärs und Polizisten kamen dabei um.

Der Terrorismus versetzt das nordafrikanische Land in eine sehr schlechte Lage. Der Tourismus ist zusammengebrochen, eine weitere Schwächung der bereits angeschlagenen tunesischen Wirtschaft. Seit den Anschlägen vom Sousse im Juli hat Tunesien eine Million Touristen verloren, wobei dieser über 7,4% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmacht. (afrik.com, Foto: ia)