UNICEF-Foto des Jahres 2018: „Das Gesicht einer geschundenen Kindheit“ (Togo/Afrika)

UNICEF-Foto des Jahres 2018: „Das Gesicht einer geschundenen Kindheit“ (Togo/Afrika)

Mit der Auszeichnung „UNICEF – Foto des Jahres“ prämiert UNICEF Deutschland einmal im Jahr Fotos und Fotoreportagen, die die Persönlichkeit und Lebensumstände von Kindern weltweit auf herausragende Weise dokumentieren. Der Preisträger 2018: Antonio Aragón Renuncio mit seinem in Togo aufgenommen Foto „Das Gesicht einer geschundenen Kindheit“.

Als „Strafe der Götter“ gelten sie, als „Dämonen“ womöglich. Oder einfach nur als „Schlangen“. Je weniger die Menschen über Krankheiten wissen, umso unheimlicher sind sie ihnen. Das trifft erst recht für Behinderungen zu, und so sind in Teilen Westafrikas schreckliche Mythen auch über geistig und körperlich behinderte Kinder verbreitet. Vereinsamung droht ihnen; nicht selten werden sie misshandelt und aus ihren Familien verstoßen.

Auch in einigen Regionen von Togo ist das noch Praxis; einem Land, das 2018 nach den Kriterien des Entwicklungs-Indexes der Vereinten Nationen nur auf Platz 165 von 189 erhobenen Ländern rangiert. Es ist deshalb wie eine Rettungsinsel für behinderte Kinder, dass es das „Saint Louis Orione-Zentrum“ in Bombouaka gibt, benannt nach einem 1940 verstorbenen italienischen Franziskaner, der 1908 begann, Waisenkindern zu helfen. Etwa 70 Jungen und Mädchen finden dort ein sicheres Zuhause, werden medizinisch versorgt, können spielen, werden nicht als minderwertig angesehen.

Eines dieser Kinder: der Junge mit den Beinprothesen, den der in Nicaragua lebende spanische Fotograf Antonio Aragón Renuncio bei einem seiner regelmäßigen Besuche in dem Zentrum porträtierte. Zu den Hauptursachen für Behinderungen zählen in den Entwicklungsländern Mangelernährung, unzureichende Geburtshilfe sowie fehlender Impfschutz – zum Beispiel gegen Polio. Weltweit wachsen über 93 Millionen Kinder mit einer mittleren bis schweren Behinderung auf. „Damit auch diese Kinder etwas zählen, müssen sie gesehen werden“, fordert UNICEF. Renuncio hat das beherzigt. (UNICEF, Foto: © Antonio Aragón Renuncio, Spanien)