Von Aachen nach Südafrika: Ubomi e.V. durchquert 14 Länder in 14 Tagen

Von Aachen nach Südafrika: Ubomi e.V. durchquert 14 Länder in 14 TagenHilfsprojekt veranstaltet virtuellen Spendenlauf von Aachen nach Kapstadt

  • #run2southafrica4southafrica für Kinder in den Townships von Kapstadt
  • Weitere Teilnehmer und Unterstützer gesucht
  • Covid-19-Lockdown erschwert direkte Hilfe vor Ort

12.560 Kilometer von Deutschland über Spanien durch Nigeria und Angola direkt nach Kapstadt: Was nach einer monatelangen Reise klingt, wollen die Teilnehmer von „Run 2 South Africa 4 South Africa“ in nur 14 Tagen schaffen – und zwar laufend oder rollend. Den virtuellen Spendenlauf haben Biggi Hägemann und ihr Team vom gemeinnützigen Verein „Ubomi“ ins Leben gerufen – sechs der Läufer waren selbst als ehrenamtliche Helfer für ein Jahr vor Ort in Khayelitsha aktiv. „Der Lockdown Südafrikas infolge der Coronavirus-Pandemie ist vor allem in den Townships spürbar und trifft die Familien der Kinder, die wir betreuen, hart“, so Hägemann. „Also sammeln wir Geld, indem wir gemeinsam Sport treiben, und stellen von den Spenden Essenspakete zusammen, die wir dann vor Ort verteilen.“

3500 Kilometer in den ersten drei Tagen
Das Prinzip der Aktion ist einfach: Seit dem 3. und bis zum 17. Mai gehen die Teilnehmer in ihrem Wohnort joggen oder fahren mit dem Fahrrad und legen so Kilometer für Kilometer die Strecke nach Kapstadt zurück. Aachen ist offizielle Partnerstadt von Kapstadt und dient als Startpunkt. Den Kilometerstand dokumentieren die Sportler mit der Tracking-App Adidas Runtastic, in der das Ubomi-Team eine eigene Laufgruppe angelegt hat. „Die Teilnehmer werden nach der Anmeldung von uns eingeladen und können dann live mitverfolgen, wie weit wir schon gekommen sind und wie viele Kilometer noch bis zum Ziel fehlen“, erklärt die Organisatorin. Die Läufer*innen suchen sich außerdem Spendenpartner für den persönlichen Streckenfortschritt. „Wir empfehlen einen Euro pro gelaufenen Kilometer. Möchte ein Partner etwas mehr Geld spenden, ist das natürlich erlaubt. Wir freuen uns über jede Hilfe“, führt Hägemann aus. Bis zum 6. Mai sind so schon mehr als 3500 Kilometer zusammengekommen.

Bereits 200 Teilnehmer registriert
Die Resonanz auf das Event überwältigt sogar die Organisatorin: „Wir haben bereits an die 200 registrierte Teilnehmer.“ In den ersten Tagen des Spendenlaufs legten die Läufer bereits die virtuelle Entfernung bis nach Algerien zurück (Stand: 6. Mai). Interessierte können sich weiterhin für den Lauf einschreiben. „Es gibt keine Deadline für die Anmeldung,“ sagt Biggi Hägemann. „Die Registrierung auf unserer Webseite bleibt über den gesamten Zeitraum offen. Weitere Teilnehmer können zu jedem Zeitpunkt einsteigen.“

Sportliche Gemeinschaftserlebnisse nutzen die Ubomi-Gründerin und ihr Team seit einiger Zeit, um auf den gemeinnützigen Verein aufmerksam zu machen und Spenden zu generieren. Im letzten Jahr paddelte eine Gruppe auf übergroßen Stand-Up-Paddleboards nach Wangerooge. Außerdem joggten Hägemann und ihre Mitstreiter die virtuelle Luftlinie von Bremen nach Kapstadt. Die letzten Kilometer sammelte das Team im Oktober beim Köln Marathon. „Diese Gemeinschaftserlebnisse sind der Grundstein dafür, dass wir den Kindern in Kapstadt mehr Lebensqualität verschaffen können.“

Leben und Gemeinschaft bilden die Eckpfeiler von Ubomi. Das Wort stammt vom südafrikanischen Volk Xhosa und bedeutet frei übersetzt „Leben“. Der Verein setzt sich in den Townships von Khayelitsha und Gugulethu in Kapstadt für benachteiligte Kinder und Jugendliche ein, deren Alltag von Armut, Perspektivlosigkeit und Kriminalität geprägt ist. Ubomi baut deshalb Projekthäuser direkt in den Townships. Mittlerweile existieren drei dieser Häuser. Dort arbeiten Menschen aus der Nachbarschaft, die den Kindern eine warme Mahlzeit am Tag ermöglichen, mit ihnen lernen, spielen und Sport treiben. Die Jungen und Mädchen erfahren so familiäre Wärme und erhalten die Chance, ihre Fähigkeiten zu entdecken und Perspektiven für das eigene Leben zu entwickeln.

Lockdown gefährdet soziale Hilfe vor Ort
Aktuell sind die Ubomi-Häuser jedoch geschlossen. Die südafrikanische Regierung verlängert den Lockdown aufgrund der anhaltenden Situation rund um das Coronavirus. Das wirkt sich besonders auf die ärmsten Mitglieder der Gesellschaft in den Townships aus. „Die Kinder betrifft das im Speziellen und wir können derzeit vor Ort leider nur eingeschränkt unterstützen,“ schildert die Ubomi-Gründerin. Derzeit versucht das Team vor Ort – möglichst unentdeckt und unter Lebensgefahr – Essenspakete in die abgeschotteten Townships zu bringen und dort an die Familien zu verteilen. Außerdem verteilt der Verein kleine Lernbücher, mit denen die Kinder weiter unterrichtet werden können, bis die Schulen voraussichtlich im Oktober wieder öffnen können. „Wir geben unser Bestes, um das, was wir über drei Jahre vor Ort aufgebaut haben, nicht wieder zu verlieren.“

Teilnahme
Sie möchten Ubomi bei #run2southafrica4southafrica unterstützen? Dann besuchen Sie www.ubomi.net/aktuelles/event und melden Sie sich für den Spendenlauf an. Ubomi freut sich zudem über freiwillige Spenden für das Projekt. (feinschreiber)