Von Deutschland nach Südafrika: Silke Rylands ganz persönliche Reportage

Von Deutschland nach Südafrika: Silke Rylands ganz persönliche ReportageSilke Rylands (34) ist Deutsche und vor zwei Jahren nach Südafrika ausgewandert. Eine Erfahrung, an der sie die Leser/innen von AFRICA live teilhaben lassen möchte. Danke Silke für diesen interessanten, wie man so schön sagt „aus dem Leben gegriffenen“ Beitrag!

Derzeit wohne ich noch in Johannesburg, wir werden aber im April nach Kapstadt umziehen.

Ich war 2014 zunächst für ½ Jahr für meinen alten Arbeitgeber am Standort Johannesburg. In dieser Zeit verliebte ich mich. Anschließend führten wir eine Fernbeziehung zwischen Südafrika und Deutschland. Im August 2015 haben wir dann schon geheiratet und ich zog im Februar 2016 nach Johannesburg. Im Juni 2017 kam unser Sohn zur Welt. Liebe über zwei Kontinente mit Widerstand der Familie, recht schnelle Heirat, verschiedene Sprache, Religion und Hautfarbe… Man kann sich denken, dass es nicht langweilig wurde.

Eigentlich war es mein Plan hier, wie in Deutschland zuvor auch, eine Festanstellung zu finden. Das hat sich aber überraschenderweise eher schwierig gestaltet. Oftmals habe ich innerhalb von 2 Minuten nach Absenden einer Bewerbung eine Absage erhalten. Das ist natürlich recht frustrierend, zumal ich dachte als gut qualifizierte Deutsche sollte ich kein Problem haben einen Job zu finden. Auf der anderen Seite kann ich aber natürlich auch verstehen, dass bei der hohen Arbeitslosigkeit, die in Südafrika leider vorherrscht, Einheimische bevorzugt werden.

Von Deutschland nach Südafrika: Silke Rylands ganz persönliche ReportageDie Geschäftsidee
Mit der Zeit stellte ich aber auch fest, dass ein „normaler“ 8 bis 5 Job, bei dem ich für jemand anderes arbeite, eigentlich gar nicht ist, was ich will. Also belegte ich einen Kurs an der Uni in SMME Management – Gründung und Management von kleinen Unternehmen. Und dann begann ich meine kleine Idee in die Tat umzusetzen und gründete hier in Südafrika eine Firma – die Arts of Africa Pty Ltd. Ich kaufe Gemälde (handgemalte Unikate) von einheimischen Künstlern auf lokalen Märkten zu fairen Preisen ein, verpacke und versende diese an ein Lager in Deutschland und verkaufe sie online. Viele meiner Bekannten sagten mir, sie würden gerne eines dieser Bilder kaufen, aber der Transport im Flugzeug ist nicht besonders praktisch. Wer also original südafrikanische Gemälde ganz bequem nach Hause bestellen möchte kann gerne auf meiner Webseite www.arts-of-africa.de vorbeischauen. Ich biete auch einen Auftragsservice, falls jemand ein spezielles Motiv, Größe oder Stil haben möchte. Dann setze ich mich mit meinen befreundeten Künstlern in Verbindung, um den Kunden genau das Bild zu liefern, das er sich wünscht.

Soziales Engagement
Zudem engagiere ich mich für ein Kinderheim hier in Johannesburg. Derzeit beherbergt Hugh‘s Haven 17 Kinder im Alter von 1 – 8 Jahren. Die Kinder sind entweder verwaist oder die Eltern können sich aus gesundheitlichen und/oder finanziellen Gründen nicht um sie kümmern. Das Schicksal der Kleinen ist wirklich erschütternd. Da es sich um ein kleines Heim handelt, sehe ich auch direkt den Effekt, den meine Unterstützung ausmacht. Ich versuche Spender für das Heim zu akquirieren, erledige Organisatorisches wie die neue Registrierung als Non-Profit Organisation und helfe aus wo ich kann. Mein größtes Erfolgserlebnis bei der Unterstützung des Heims war es bisher ein neues Zuhause für die Kinder gefunden zu haben. Sie wohnen nun in einer sicheren Gegend, in einem größeren, hellen Haus mit Garten, das mit Hilfe einer Spende komplett renoviert werden konnte und müssen keine Miete zahlen. Ich habe zwei weitere Hauptziele für das Heim: genügend regelmäßige Spender finden, damit die laufenden Kosten gedeckt sind und alles in die Wege leiten, damit die Kinder zur Schule gehen können.

Derzeit tüftele ich an einer weiteren Idee. Ich möchte gerne meine eigene Charity Organisation gründen. Geplant ist es nicht nur eine feste Einrichtung wie z.B. das Kinderheim zu unterstützen, sondern breiter gefächert. Dies sind Projekte, die ich ins Auge gefasst habe:

  • Spender für Schulgelder finden (Paten)
  • Nachmittagsbetreuung in sozial schwacher Gegend
  • Essen kochen und verteilen
  • Medizin, Kleidung, Spielzeug etc. sammeln und an Bedürftige verteilen
  • Sportaktivitäten anbieten
  • Fun Days für Kids im Township organisieren
  • Skills Training für Teenager und junge Frauen

Natürlich ist all dies nur mit Unterstützung von Spendern möglich. Falls jemand Interesse daran hat und gerne spenden möchte (oder in Kapstadt lebt und mit anpacken möchte), meldet Euch bitte. Ich stehe jederzeit für alle Fragen zur Verfügung. Es wäre wirklich toll, wenn wir zusammen das Leben einiger Menschen positiv verändern würden. (silke.rylands@arts-of-africa.de)