Wahlen in Gabun: beide Kandidaten erklären sich zum Sieger bevor die Ergebnisse bekannt sind

Wahlen in Gabun: beide Kandidaten erklären sich zum Sieger bevor die Ergebnisse bekannt sind
Ali Bongo im Kreise seiner Anhänger

Das offizielle Ergebnis der Präsidentschaftswahlen vom vergangenen Samstag soll am morgigen Dienstag um 17h00 durch den Innenminister öffentlich verkündet werden. Das hält jedoch die beiden Hauptkandidaten nicht davon ab, sich bereits zum Sieger zu erklären.

 

Bereits gestern erklärte Bongo-Rivale Jean Ping der Presse und seinen Anhängern in Libreville, er sei gewählt worden. „Ich bin der Auserwählte und erwarte, dass der scheidende Präsident mich anruft, um mir zu gratulieren“, sagte er.

 

Der amtierende Präsident Ali Bongo Ondimba erklärte zwar nur, er sehe dem Ergebnis gelassen und zuversichtlich entgegen, sein Sprecher jedoch verkündete heute, es sei „knapp, aber wir liegen vorn“.

 

Am Sonntag war die Hauptstadt Libreville menschenleer, die Bevölkerung hatte sich mit Lebensmittelvorräten eingedeckt und blieb zu Hause, so wie es auch die deutsche Botschaft in einer Rundmail an die dort lebenden Deutschen empfohlen hatte. Auch die Läden blieben zu, aus Angst vor Plünderungen.

 

Die Gabuner, die extrem zahlreich in den Wahllokalen erschienen waren, so dass diese später schlossen als beabsichtigt, warten nun gespannt auf das Ergebnis.

 

Bleibt zu hoffen, dass sich nach der Ergebnisverkündung nicht das Szenario der letzten Präsidentschaftswahl im Jahre 2009 wiederholt. Damals wurde der Sieg von Ali Bongo Ondimba, nach dem Tod seines Vaters Omar, der seit über 40 Jahren die Geschicke des Landes leitete, von der Opposition bestritten, was zu tödlichen Gewaltausbrüchen führte, insbesondere in Port-Gentil, der Wirtschaftshauptstadt des Landes, wo sich die Ölkonzerne befinden und die stets nicht auf der Seite der Regierung stand. (ia, Foto: facebook)