Weltkindertag 2014: „Jedes Kind hat Rechte“

Weltkindertag 2014: „Jedes Kind hat Rechte“

Cotton made in Africa setzt sich für die Rechte der Kinder in Afrika ein
(Hamburg, 19. September 2014) Lesen, Schreiben, Rechnen und Spielen: Für uns selbstverständlich, für viele Kinder in den ländlichen Regionen Afrikas leider ein oft unerreichbarer Traum. Um den afrikanischen Kindern der CmiA-Baumwollbauern den Schulbesuch zu ermöglichen, werden Schulen, Kantinen und Schulgärten gebaut. Darüber hinaus hat die Stiftung in Zusammenarbeit mit dem renommierten amerikanischen Kinderbuchautor Donald Grant Illustrationen zum Thema Kinderarbeit entwickelt, um über die Rechte der Kinder im ländlichen Afrika zu informieren und sie zu schützen. Im Interview berichtet Grant über das Projekt.

Warum haben Sie sich für den Beruf des Kinderbuchautors entschieden?
Reisen war für mich die beste Schule des Lebens, die ich mir vorstellen kann. Auf einer meiner Reisen nach Indien sah ich durch eine offen stehende Tür einer kleinen Werkstatt ein junges Mädchen. Sie arbeitete an einem Teppich. Vermutlich wurde sie dazu gezwungen. Diesen Moment habe ich bis heute nicht vergessen, er hat mich dazu gebracht hat, Kinderbücher zu schreiben und die Rechte der Kinder in meinen Büchern zu thematisieren.

Das Thema Kinderarbeit ist ein komplexes und schwieriges Thema – insbesondere für eine Bildergeschichte. Wie sind sie vorgegangen, um das Thema umzusetzen?
Zuerst musste ich in der Theorie lernen, was Kinderarbeit bedeutet. Die Aid by Trade Foundation verbietet alle Formen ausbeuterischer Kinderarbeit und hat die Vorgaben der ILO-Konventionen in ihrem Cotton made in Africa-Standard verankert. Was bedeuten diese Regelungen jedoch in der Praxis? Um dies herauszufinden, reiste ich in die Anbaugebiete von Cotton made in Africa nach Subsahara Afrika. Während meiner Reisen, begleitete ich die Verifizierer, die auf die Felder gehen und nachprüfen, ob die Bauern die CmiA Ausschluss- und Nachhaltigkeitskriterien einhalten. Ein zentraler Bestandteil der Ausschlusskriterien ist z.B. das Verbot von Kinderarbeit. Zusätzlich nahm ich an Workshops zu Kinderarbeit teil bei denen die Menschen in den Projektgebieten für das Thema Kinderarbeit sensibilisiert wurden

Wie haben die Kleinbauern und ihre Familien auf Sie und das Thema Kinderarbeit reagiert?
Zunächst wirkten sie auf mich sehr zurückhaltend, wenn das Thema zur Sprache kam. Allerdings konnte ich mit Unterstützung der lokalen Cotton made in Africa-Kollegen, ihr Vertrauen gewinnen, indem ich den Kleinbauern erklärte, dass ich von ihnen lernen möchte, was Kinderarbeit bedeutet. Gesetze zur Kinderarbeit sind mitunter abstrakt und für viele Menschen, die weder lesen noch schreiben können, nicht einfach zu verstehen. Die Kleinbauern haben mir erklärt, was ihrer Ansicht nach erlaubt bzw. verboten sein sollte und sie wollten verstehen, was für uns akzeptabel ist und was nicht. Diese Offenheit und die Bereitschaft mir zu helfen war für meine Arbeit unerlässlich.

Sie sind ein vielgereister Mann, der in der Welt zu Hause ist, und seit Jahren Kinderbücher schreibt. Was war die besondere Herausforderung bei diesem Projekt?
Der schwierigste Teil des Projekts war für mich anhand von Bildern komplexe Zusammenhänge darzustellen. Viele Bauern in den ländlichen Anbaugebieten von Cotton made in Africa sind Analphabeten. Ich musste also selbsterklärende Bilder entwerfen, die auf einen Blick vermitteln, was Kinder tun können und was nicht. Viele Eltern waren zunächst besorgt: Sie befürchteten, dass ihre Kinder faul werden könnten und nicht für die Zukunft auf dem Hof vorbereitet wären. Das Bildmaterial musste also diese Ängste zerstreuen und erklären, dass gebildete Kinder ein großer Gewinn für die ganze Familie sind: Kinder, die lesen, rechnen und schreiben können, können ihren Eltern Schulungsunterlagen der Cotton made in Africa Initiative sowie Packungsbeilagen von Medikamenten oder Agrarprodukten vorlesen. Sie können außerdem bei mathematischen Berechnungen und Kalkulationen helfen. Die Familien haben schließlich schnell erkannt, dass dies ein großer Gewinn für alle ist.

Donald Grant wurde 1954 in Brooklyn, New York geboren. Als Autor von Kinderbüchern arbeitete bereits für UNICEF und Amnesty International.

Cotton made in Africa (CmiA) ist eine Initiative der Aid by Trade Foundation (AbTF), die durch Handel Hilfe zur Selbsthilfe leistet, um die Lebensbedingungen von Baumwollbauern und deren Familien in Subsahara-Afrika zu verbessern. Aktuell nehmen Kleinbauern aus Sambia, Simbabwe, Mosambik und Malawi sowie Ghana, Kamerun und Côte d’Ivoire an CmiA teil. (CmiA)