Wie vital bleibt die junge afrikanische Wirtschaft nach der Krise? Interessante Sichten auf Wege aus der Covid-19-Krise für Ghana

Die von starker Hungersnot überschattete Wirtschaftslage der Länder des afrikanischen Kontinents stellt uns als europäischen Nachbarn vor sehr bedeutsame Herausforderungen in den Beziehungen zu Afrika.

Informationen von Ghananews im Mai 2020 überraschen und beeindrucken zugleich: Politiker und Intellektuelle Afrikas sehen in der Corona- Krise eine Hoffnung. Ghanas Vize-Präsident, Dr. Bawumia gibt im Mai 2020 einen optimistischen Ausblick auf positive  Veränderungen für das Land nach Covid-19. Er stellt für die künftige Wirtschaftsentwicklung die „ Ghana Beyond Aid Agenda“ ins Blickfeld, die eine nachhaltige Transformation der Wirtschaft fördert. Er stellt die wirtschaftliche Unabhängigkeit seines Landes, bezogen auf  mehr Eigenständigkeit, die in der lokalen Produktion von Nahrungsmitteln, im Ausbau des Dienstleistungssektors, in Bildung und Gesundheitswesen erreicht werden muss, in den Vordergrund.

Die auszubauenden Strukturen der Wirtschaft müssen einen Umbruch bewirken von der importabhängigen zur exportorientierten Wirtschaft mit einer Steuerung von internationalen Lieferketten im globalisierten Markgeschehen. Ebenso erforderlich sind Veränderungen der übermäßigen Abhängigkeiten von entfernten Lieferanten im afrikanischen Binnenmarkt, damit positive Auswirkungen auf lokale Kapazitäten und regionale Wertschöpfungsketten in Afrika erreicht werden. D.h., intensivere Integrationen in der Infrastruktur zwischen den Ländern, auch mit dem Ziel, die stark angewachsenen Binnenflüchtlingsbewegung einzudämmen.

Gleichermaßen proklamiert er die permanent geltende Aufgabe, die Industrialisierung in Afrika voranzutreiben und verweist dazu auf die „AfroChampions-Initiative (AfCETA). Die Industrie anzukurbeln heißt, zielgerichtete Investitionen einsetzen mit gleichzeitiger Intensivierung im Agrarsektor, auch zur Bindung der Jungbauernfront.

Der Präsident der nationalen Industrie- und Handelskammer von Ghana, Dr. Dankawoso sprach im GNCCI-Webinar zu Covis-19 über Strategien für das Überleben und Wachstum von Unternehmen in Ghana. Die Regierung hat mit einem Business Support Schema (CAP) zur Bewältigung des sozialen und wirtschaftlichen Aufschwungs ein Konjunkturpaket mit 600 Mio GH (ca. 92 Mio Euro) für KKM-Unternehmen ins Leben gerufen. Seine These lautet: Der richtige Zeitpunkt, Ghanas Wirtschaft durch Industrialisierung strukturell zu verändern, ist jetzt!

Diese Darlegungen progressiver Ausblicke ghanaischer Persönlichkeiten zeigen Möglichkeiten für unsere Politik und besonders für Initiativen der deutschen Unternehmen, Afrika und damit auch Ghana nicht aus dem Blick zu verlieren, d.h. die bestehenden partnerschaftlichen Beziehungen mit angebahnten Investmentprojekten auch weiterzuführen.  Es gilt, nachhaltig am Markt zu arbeiten! (Dipl.oec. Gerd Eckert)