Zentralafrika / Kamerun: immer mehr Kinderbanden treiben ihr Unwesen

Organisierte Kinderbanden, „Mikroben“ genannt, verbreiten in den Straßen und Stadtteilen der Stadt Douala in Kamerun zunehmend Terror. Im Alter zwischen 11 und 19 Jahren üben sie seit mehreren Monaten ungezügelte Gewalt auf Straßen, in Reisebüros, Geschäften, Tankstellen, Restaurants und Bars aus.

In Ansammlungen von mehr als 50 und jedes mit einer Klingenwaffe (Messer, Macheten, Rasierklingen, …) bewaffnet, greifen sie  Schmuck, Handys, Taschen, Geld und andere Wertsachen ab. Wer sich wehren will, zahlt einen hohen, denn sie verletzen ihre Opfer oft schwer.

„Am Abend des 8. Oktober 2020 ging ich mit meinen diensthabenden Kollegen in eine Bar im Stadtteil Cité Cicam auf einen Drink. Plötzlich trat eine Gruppe junger Leute ein, alle mit einem Messer bewaffnet. „Handys, Schmuck und Geld raus“, brüllten sie. Nachdem sie uns ausgeraubt hatten, gingen sie in die Bars nebenan und verschwanden anschließend mit ihrer Beute. Beobachtungen zufolge stammen alle diese jungen Menschen aus benachteiligten Familien und prekären Gegenden “, berichtet ein Opfer.

Für die jungen Straftäter ist es eine „Retourkutsche“, nichts anderes als Rache. Wenn einer von ihnen in der Nachbarschaft zusammengeschlagen, angegriffen oder gar getötet wurde, nehmen sie dies zum Vorwand, um ihren Terror zu säen.

Die kamerunische Regierung muss so schnell wie möglich geeignete Maßnahmen ergreifen, um die prekäre Lebenssituation dieser Kinder und ihrer Familien zu verbessern und weitere Verbrechen zu verhindern. (afrik.com)