Algerien und Deutschland vertiefen Energiepartnerschaft

Algerien und Deutschland vertiefen Energiepartnerschaft

Grüner Wasserstoff, strategische Infrastruktur und politische Stabilität: Anfang 2026 erreicht die Partnerschaft zwischen Algerien und Deutschland eine neue Qualität. Beide Länder rücken enger zusammen, um die europäische Energiewende voranzutreiben und neue Versorgungsachsen jenseits fossiler Abhängigkeiten zu etablieren.

Im Zentrum steht der SoutH2 Corridor, ein rund 3.300 Kilometer langes Wasserstoffprojekt, das Algerien über Tunesien, Italien und Österreich mit Deutschland verbinden soll. Ab 2030 könnten jährlich bis zu vier Millionen Tonnen grünen Wasserstoffs nach Mitteleuropa transportiert werden – mehr als 40 Prozent des von der EU angestrebten Importvolumens.

Für Deutschland bedeutet das Projekt Versorgungssicherheit und Fortschritte bei der Dekarbonisierung. Für Algerien eröffnet es die Chance, seine Wirtschaft zu diversifizieren und sich als zentraler Wasserstoffakteur im Mittelmeerraum zu positionieren. Präsident Abdelmadjid Tebboune betonte die „Win-win-Logik“ der Beziehungen und hob die politische Stabilität Algeriens als verlässliche Grundlage für europäische Investoren hervor.

Die Annäherung fügt sich in eine breitere Neuordnung der algerischen Handelsbeziehungen ein. Während Italien inzwischen wichtigster Handelspartner ist, verliert Frankreich an Bedeutung. Die Achse Algier–Berlin markiert damit einen zentralen Baustein einer neuen euro-mediterranen Energiearchitektur – und unterstreicht Algeriens wachsende Rolle in der postfossilen Ordnung Europas.

(Quelle: afrik.com)