Kenianerin Wanjira Mathai und weitere Vorbilder für eine bessere Welt ausgezeichnet

Wanjira Mathai war zugeschaltet © Karl Kübel Stiftung / Thomas Neu

Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie zeichnete heute (11.9.) die kenianische Umwelt- und Sozialaktivistin Wanjira Mathai für ihr außergewöhnliches Engagement für Kinder und Familien in Verbindung mit ökologischer Verantwortung mit dem Karl Kübel Preis aus. Darüber hinaus verlieh sie den FAIRWANDLER-Preis an drei junge Start-ups, die mit ihren Ideen gesellschaftlichen Wandel voranbringen wollen.

Bei der gemeinsamen Vergabe der Preise im Musiktheater Rex in Bensheim wurde deutlich, wie viel Kraft die Idee Einzelner entfalten kann, wenn daraus Strukturen erwachsen.

Die Ideen von Karl Kübel Preisträgerin Wanjira Mathai wirken lokal wie international. Sie leitet den Bereich Afrika und globale Partnerschaften beim Think Tank World Resources Institute (WRI) und mit der von ihr 2015 gegründeten Stiftung führt sie das Erbe ihrer Mutter, der Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai, fort und entwickelt es weiter. Die Stiftung stärkt Kinder, Jugendliche und Familien, vermittelt Werte wie Nachhaltigkeit und fördert Persönlichkeitsentwicklung, damit junge Menschen ihre Gemeinschaften aktiv mitgestalten. Zugleich macht sie sich für lokale Gemein-schaften stark, damit sie ihre natürlichen Ressourcen nachhaltig bewirtschaften und eigene Einkommensquellen aufbauen können. Leitmotiv ihrer Arbeit ist die zentrale Rolle von Frauen für Bildung, Demokratie und nachhaltige Entwicklung in Afrika.

Neue Impulse für die internationale Gemeinschaft

Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesentwicklungsministerin a.D., würdigte ihn ihrer Laudatio, dass Wanjira Mathai afrikanische Perspektiven und Erfahrungen in die globalen Diskussionen einbringe, die für die internationale Gemeinschaft neue Impulse setze. „Das ist eine eigenständige Gestaltungskraft, lokal verwurzelt, aber auch international wirksam und getragen von der Überzeugung, dass nachhaltige Entwicklung von den Menschen und den lokalen Gemeinschaften ausgehen muss“, so Wieczorek-Zeul und fügte hinzu: „Wanjira Mathai ist ein Vorbild für uns alle.“

Diese Perspektive griff auch Dr. Matthias Wilkes, Stiftungsratsvorsitzender der Karl Kübel Stiftung, auf und betonte mit Blick auf das Datum 11. September: „Es ist vielleicht kein Zufall, dass die Verleihung des diesjährigen Karl Kübel Preises nach dem für unsere Demokratie in Deutschland schockierenden Wahlausgang am letzten Sonntag und am 25. Jahrestag von 9/11 stattfindet: Mit unserer Preisträgerin und den jungen FAIRWANDLERN wollen wir als Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie nicht nur ein Zeichen für die Herausforderungen der Zukunft setzen, sondern auch auf die lokalen und globalen Zusammenhänge hinweisen. Die heutige Preisverleihung ist damit gleichzeitig ein öffentliches Signal für die Aufgabe jedes Menschen, egal ob im Globalen Norden oder Süden, Mitverantwortung zu übernehmen, damit Zukunft gelingt.“

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, die mich in meinem lokalen und globalen Engagement für Kinder, Familien und lokale Gemeinschaften bestärkt“, sagte Wanjira Mathai anlässlich der Preisverleihung. Zentral dafür ist ihre Überzeugung, dass eine gesunde Umwelt und gesellschaftlicher Wohlstand untrennbar miteinander verknüpft sind. Das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro kommt ihren sozialen Projekten zugute.

Drei Initiativen mit FAIRWANDLER-Preis ausgezeichnet

Soziale Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung treiben auch die Gewinner des FAIRWANDLER-Preises an, der in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan verliehen wird. Der Preis bestärkt junge Gründer*innen, die gesellschaftlichen Wandel in Deutschland und weltweit langfristig als Social Entrepreneurship voranbringen wollen. Die Botschaft der Preisträger*innen: Gutes tun und damit Geld verdienen, das ist möglich. Von zehn nominierten Initiativen wurden drei prämiert:

Die Alon Akademie aus Wesel schafft mit sogenannten Maker Spaces moderne Lernorte in Deutschland und auf den Philippinen, in denen für Kinder und Jugendlicheihre Ideen ausprobieren können – ohne Leistungsdruck und mit dem Ziel, Selbstvertrauen und Handlungskompetenz zu stärken. Das Modellprojekt unterstützt Schulen durch passgenaue Angebote und zeigt, wie offene, zugängliche Bildung aussehen kann. Mit ihrem innovativen und unkonventionellen Ansatz bringt die Alon Akademie frischen Wind in die Bildungsarbeit, lobte die Jury. Sie war beeindruckt, wie die Initiative Lernkompetenz, Kreativität und gesellschaftliche Verantwortung verbindet und junge Menschen befähigt, ihr eigenes Umfeld aktiv mitzugestalten.

Um Wissenstransfer und einen partnerschaftlichen Austausch zwischen Ghana und Deutschland geht es Ntifafa Sustainability. Der Berliner Verein baut Brücken zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und lokalen Gemeinschaften, um gemeinsam wirkungsvolle und nachhaltige Projekte umzusetzen. Aktuell begleitet das Team ein PET-Recyclingunternehmen in Ghana dabei, von Ideen deutscher Unternehmer zu profitieren, wie Abfall ressourcenschonend und mit weniger Gefahr-stoffen recycelt werden kann. Die Jury beeindruckte, wie konsequent die Initiative auf gemeinsame Lösungsfindung, gegenseitiges Lernen und Vernetzung setzt, damit aus unterschiedlichen Kompetenzen wirkungsvolle und nachhaltige Vorhaben entstehen.

Auch InSEAlation ist in Afrika aktiv, und zwar im Senegal. Das Start-up aus Münster hat sich mit der Frage befasst „Wie können Gebäude im Senegal kostengünstig und klimagerecht gedämmt werden?“ Herausgekommen ist eine einzigartige Idee: Gebäudedämmung auf Basis von ange-spültem Seegras. Das Material ist nicht nur nachhaltig, sondern senkt auch den Energieverbrauch, schafft Jobs und bessere Lebensbedingungen im Senegal. Dieses innovative Projekt und der ganzheitliche Ansatz haben die Jury überzeugt. Es verbindet sozialen Impact mit wirtschaftlicher Perspektive und besitzt großes Potenzial, auch über die Projektregion hinaus Wirkung zu entfalten.

Neben einem Preisgeld von je 3.000 Euro erhalten die FAIRWANDLER-Preisträger*innen die Möglichkeit, am einjährigen FAIRWANDLER-Programm teilzunehmen. Es unterstützt die Teams, ihr gesellschaftliches Engagement und ihre persönlichen Ziele in ihrem unternehmerischen Handeln zu verbinden.

Welche Kraft die Ideen des Stifters Karl Kübel seit mehr als 50 Jahren entfalten, wurde bei der Preisverleihung ebenfalls sehr deutlich. Ilonka Boltze und Margot Refle, Vorstandsmitglieder der Karl Kübel Stiftung, erläuterten anschaulich, wie die Projekte der Karl Kübel Stiftung im In- und Ausland zugunsten von Kindern und Familien wirken. Boltze: „Nachhaltige Veränderung entsteht, wenn Wissen, Selbstvertrauen, Gemeinschaft und wirtschaftliche Perspektiven zusammenkommen. Genau das meinen wir mit: Familien stärken – Chancen für Kinder!“ ( Karl Kübel Stiftung)