Madagaskar: 13 chinesische Zentren für Online-Betrug zerschlagen

Das US-Justizministerium gab am Mittwoch, dem 9. September, bekannt, an der Zerschlagung von 13 Zentren für Online-Betrug in Madagaskar beteiligt gewesen zu sein, die von chinesischen Staatsangehörigen betrieben wurden, berichtet RFI. Dort wurde sogenanntes „Scamming“ betrieben – die Betrugsmasche, bei der Internetnutzer getäuscht werden, um ihnen Geld oder persönliche Daten zu stehlen.

Die gemeinsam mit den madagassischen und chinesischen Behörden durchgeführte Operation führte zur Aufdeckung eines gesamten transnationalen kriminellen Netzwerks. Weltweit wurden 500 Betrüger festgenommen, darunter rund hundert in Madagaskar. Sie sollen in ihre Herkunftsländer überstellt werden.

Da sich unter den Opfern dieses transnationalen kriminellen Netzwerks auch US-Amerikaner befanden, nahmen die Vereinigten Staaten gemeinsam mit den madagassischen und chinesischen Behörden Ermittlungen auf. „Mehrere FBI-Agenten und ein Vertreter des US-Justizministeriums kamen im August nach Madagaskar“, erklärte Tahindro Prospero Ranaivoson, Direktor für internationale justizielle Zusammenarbeit im madagassischen Justizministerium, gegenüber RFI.

Nach Angaben des Richters wurden in den vergangenen Monaten im Zusammenhang mit diesem Fall 160 chinesische Staatsangehörige in Madagaskar verurteilt und anschließend in der Zentralhaftanstalt von Avaradrano inhaftiert.

Zusammenarbeit mit Interpol und der chinesischen Botschaft in Antananarivo

Alle Verurteilten sollen ihre Haftstrafen, die zwischen zwei und zehn Jahren liegen, jedoch in ihrem Heimatland verbüßen. Dies ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit Interpol und der chinesischen Botschaft in Antananarivo. Eine erste Gruppe von 50 Gefangenen wurde am Montag nach China überstellt. Zwei weitere Überstellungen sollen in den kommenden Tagen folgen.

Einige der Betroffenen wurden bereits von den chinesischen Behörden wegen Straftaten gesucht, die sie vor ihrer Einreise nach Madagaskar begangen hatten. Ihre Einreise beziehungsweise ihr Aufenthalt in Madagaskar war durch falsche Angaben zum Aufenthaltszweck ermöglicht worden.

„Diese justizielle Zusammenarbeit ist für Madagaskar von Vorteil“, erklärte Tahindro Prospero Ranaivoson. „Sie ermöglicht es uns, vom Know-how weltweit anerkannter Institutionen im Bereich der Ermittlungen zu profitieren.“ Ein weiterer genannter Vorteil: Durch die Überstellung der Gefangenen werden die madagassischen Gefängnisse entlastet.

Auch weitere Straftäter aus Malaysia, den Philippinen, Ruanda, Kenia und Simbabwe wurden im Zusammenhang mit diesem Fall in Madagaskar verurteilt. Die madagassischen Behörden haben ihre genaue Zahl nicht bekannt gegeben.