
In Ägypten ist ein Mann festgenommen worden, der sich als Mitarbeiter der italienischen Botschaft in Kairo ausgegeben und Interessenten mit angeblichen Reise- und Visamöglichkeiten nach Europa und in die USA getäuscht haben soll.
Nach Angaben des Nachrichtenportals „Cairo24“ trat der unter dem Spitznamen „Sohn des Konsuls“ bekannte Mann als Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit der italienischen Vertretung auf. Einem Opfer soll er für rund 7.000 ägyptische Pfund ein italienisches Visum versprochen haben. Bei einem Treffen entwendete er dem Mann zudem einen Laptop, ein iPhone und AirPods. Die anschließenden Ermittlungen führten zu seiner Festnahme. Dem Bericht zufolge war der Verdächtige bereits mehrfach verurteilt worden und nutzte gefälschte Profile in sozialen Netzwerken, um weitere Opfer anzulocken.
Der Fall fällt in eine Zeit, in der in ägyptischen Medien immer wieder irreführende Berichte über angebliche finanzielle Anreize für eine Übersiedlung nach Italien erscheinen. Dabei werden regionale Förderprogramme gegen die Abwanderung aus kleinen italienischen Gemeinden teilweise als Einwanderungsangebote dargestellt.
Tatsächlich richten sich solche Programme nicht speziell an ägyptische Staatsbürger und verschaffen weder automatisch ein Visum noch eine Aufenthaltsgenehmigung. Zudem werden häufig ältere oder bereits ausgelaufene Initiativen aus Sardinien, der Toskana, Kalabrien und den Abruzzen miteinander vermischt. Dadurch kann der falsche Eindruck entstehen, Italien biete Ausländern Geld für die Einwanderung – eine Vorstellung, die Betrüger für vermeintliche Visa- und Reiseangebote ausnutzen können. (Quelle: agenzia nova)