Right Livelihood Award 2026: Preisträgerinnen stehen für Widerstand gegen Autokratie, männliche Vorherrschaft und unkontrollierte KI-Macht

Stockholm, 30. September 2026 – Der diesjährige Right Livelihood Award, auch als „Alternativer Nobelpreis“ bekannt, geht an Frauen und von Frauen geführte Organisationen, die sich den besonders tief verwurzelten Machtstrukturen unserer Zeit entgegenstellen: autoritärer Herrschaft, patriarchaler Gewalt und einer unkontrollierten Entwicklung Künstlicher Intelligenz. Was sie verbindet, ist der Widerstand gegen Systeme, die Menschen an den Rand drängen – und die gemeinsame Überzeugung, dass der Mensch wieder in den Mittelpunkt gehört.

Am 1. Dezember 2026 wird u.a. auch eine Organisation aus dem südlichen Afrika geehrt. Die Rural Women’s Assembly – „weil sie als geeinte Bewegung von Kleinbäuerinnen Land und Saatgut gegen die Enteignung durch internationale Konzerne und körperliche Selbstbestimmung gegen patriarchale Strukturen verteidigt.“

The Rural Women’s Assembly vereint als selbstorganisierte, grenzübergreifende Bewegung mehr als 178.000 Kleinbäuerinnen in elf Ländern des südlichen Afrikas. Gemeinsam verteidigen sie Land und Saatgut gegen die Interessen großer Agrarkonzerne und körperliche Selbstbestimmung gegen patriarchale Strukturen. Statt auf eine herkömmliche NGO-Struktur setzt die Bewegung auf eine flache, ehrenamtlich getragene Organisationsform. Auf diese Weise ist eine der größten unabhängigen Plattformen für Landfrauen in der Region entstanden, bekannt als „Guardians of Land, Life, Seed and Love“.

Durch feministische Agrarökologie sowie Ernährung- und Saatgutsouveränität widersetzt sich RWA der Kontrolle regionaler Ernährungssysteme durch internationale Konzerne und stärkt die Widerstandsfähigkeit gegen die Auswirkungen der Klimakatastrophe. Die Bewegung hat 24 Saatgutvermehrungsbetriebeaufgebaut und hunderte einheimische Saatgutsorten katalogisiert, um traditionelle Saatgutsysteme vor Kommerzialisierung zu schützen.

Durch vielfältige, länderübergreifende Unterstützungsstrukturen hat RWA Frauen, denen Landbesitz lange verwehrt blieb, zu einer geeinten und unüberhörbaren politischen Stimme zusammengeführt. Diese hat unter anderem 2016 in Sambia zu einem Gesetz beigetragen, das die gleichberechtigte Landvergabe an Frauen vorsieht, sowie 2018 zum wegweisenden Gesetz gegen sexualisierte und häusliche Gewalt in Eswatini.

Biografische Angaben: Hauptsitz: Kapstadt, Südafrika, gegründet: 2009, Website: ruralwomensassembly.org.

Zitat Mercia Andrews, Regionalkoordinatorin der Rural Women’s Assembly: „Eine einzelne Stimme kann keinen Berg versetzen; es ist die beharrliche, vereinte Kraft tausender Frauen im ländlichen Raum, die sich zusammenschließen und etwas, das als unverrückbar galt, ins Wanken bringt. Möge diese Anerkennung dazu beitragen, dass die Kämpfe der Frauen in unserer Region zur Blaupause werden – für die Gerechtigkeit, die die Welt der Erde und denen, sie bewirtschaften und bewahren, schuldet.“