AFRIKA-Tagespressespiegel vom 21. Juni 2026

Africa CDC: Kontinent muss eigene Ressourcen in den Kampf gegen Ebola investieren Der Direktor des Afrikanischen Zentrums für Krankheitskontrolle und -prävention (Africa CDC) erklärte am Freitag, dass der Kontinent eigene Mittel in den Kampf gegen Ebola investieren müsse. „Wenn dieser Ausbruch Europa, die Vereinigten Staaten oder andere Kontinente betroffen hätte, wären bereits ein Impfstoff und eine Behandlung entwickelt worden“, sagte Dr. Jean Kaseya, Generaldirektor des Africa CDC.

Seit dem 15. Mai hat die Ebola-Epidemie mehr als 200 Todesopfer gefordert, bei insgesamt 894 bestätigten Fällen. Bis zu 36.000 Menschen hatten Kontakt mit Erkrankten. Die tatsächliche Zahl der Fälle dürfte höher liegen, da der Ausbruch erst mit mehreren Wochen Verzögerung bestätigt wurde. (Quelle: Africanews)

Digitale Gesundheit: Abidjan will Datensouveränität zu einem regionalen Modell machen Die zweite Ausgabe des Forums Intech Santé Médical Expo brachte vom 18. bis 20. Juni Delegationen aus rund fünfzehn Ländern zusammen, darunter eine starke türkische Delegation mit 27 Unternehmen, die auf Krankenhausausrüstung und Gesundheitsdienstleistungen spezialisiert sind. Die Veranstaltung, die aus dem Zusammenschluss von Intech Santé und Medical Expo hervorging, stand unter dem Motto: „Gemeinsam für ein vernetztes und souveränes Gesundheitssystem“. Hinter diesem Leitsatz verbirgt sich eine konkrete Herausforderung. Afrika möchte nicht länger nur medizinische Technologien oder digitale Plattformen importieren, die anderswo entwickelt wurden. Stattdessen strebt der Kontinent danach, eigene Lösungen zu entwickeln, anzupassen und zu beherrschen – zugeschnitten auf die lokalen Gegebenheiten. (Quelle: Afrik.com)

Prüfungsbetrug in Burkina Faso: Künstliche Intelligenz im Visier der Justiz Vierundzwanzig Kandidaten der Abschlussprüfungen BEPC und BEP des Prüfungsjahrgangs 2026 standen am Freitag vor dem Strafgericht in Bobo-Dioulasso wegen mutmaßlichen Betrugs. Der Fall, der von der Staatsanwaltschaft untersucht wurde, wirft ein Licht auf eine bislang in Burkina Faso unbekannte Praxis: die Nutzung von Anwendungen künstlicher Intelligenz wie ChatGPT, Gemini oder Grok zur Erstellung von Antworten für Prüfungsaufgaben. Unter den Angeklagten befinden sich auch zwei junge Frauen. Ihnen drohen bis zu drei Jahre Haft sowie Geldstrafen von bis zu drei Millionen CFA-Franc.

Die mutmaßlichen Taten ereigneten sich am 2. und 3. Juni während der schriftlichen Prüfungen. Laut Anklageschrift wurden verschiedene Vorgehensweisen genutzt. Einige Kandidaten sollen die Prüfungsaufgaben in den Prüfungsräumen fotografiert und anschließend direkt über ihre Mobiltelefone an KI-Anwendungen übermittelt haben.

Andere sollen die Fotos an Komplizen außerhalb der Prüfungszentren geschickt haben, die die Anfragen über dieselben Anwendungen bearbeiteten und die Antworten anschließend per Nachrichtendienst zurücksendeten. Betroffen waren verschiedene Fächer, darunter Französisch, Mathematik, Biologie, Geschichte-Geografie sowie Physik-Chemie. (Quelle: Africapresse)

Afrika: Angesichts globaler Wirtschaftsschocks empfiehlt die Afrikanische Entwicklungsbank regionale Integration Angesichts zunehmender Handelskonflikte, geopolitischer Spannungen, Störungen der Lieferketten und rückläufiger externer Finanzierungen ist die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) der Ansicht, dass Afrika seine wirtschaftliche Integration beschleunigen muss, um seine Widerstandsfähigkeit zu stärken.

In ihrem Bericht Afrikanische Wirtschaftsperspektiven 2026 betont die Institution, dass internationale Krisen Volkswirtschaften schwächen, die trotz eines für 2025 geschätzten Wachstums von 4,4 % weiterhin stark von Auslandsmärkten abhängig sind. Um diese Anfälligkeit zu verringern, fordert sie die afrikanischen Staaten auf, gemeinsame Antworten zu entwickeln, die langfristig Wachstum und Handel fördern können. (Quelle: GabonMediaTime)

TER, Bahnhof Sébikotane und Textilfabrik: Senegals Staatschef setzt auf eine lokale Transformationswirtschaft Der Präsident der Republik, Bassirou Diomaye Faye, absolvierte am Samstag eine Reise mit drei bedeutenden Stationen, die den Willen der Regierung verdeutlichen, eine Wirtschaft zu fördern, die auf lokaler Produktion, industrieller Verarbeitung und der Schaffung von Arbeitsplätzen basiert. Zunächst nutzte der Staatschef den Regionalexpress TER auf dem neuen Streckenabschnitt zwischen Diamniadio und dem internationalen Flughafen Blaise Diagne (AIBD), dessen Inbetriebnahme in den kommenden Wochen angekündigt ist. Anschließend begab er sich nach Sébikotane, um den Baubeginn des zukünftigen Bahnhofs der Gemeinde einzuleiten, bevor er die Fabrik AVCI Global Industrie in Diamniadio offiziell eröffnete. (Quelle: Le Soleil)

Algerien vertieft seine Partnerschaft mit Deutschland zur Diversifizierung der Energieproduktion Die beiden Länder unterzeichneten in den vergangenen Tagen in Algier zwei Abkommen. Das erste, finanziert vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, soll das algerische Stromnetz digitalisieren und modernisieren. Das zweite Abkommen zwischen dem algerischen Unternehmen Sonatrach und dem deutschen Unternehmen VNG AG zielt darauf ab, Projekte im Bereich grüner Wasserstoff voranzutreiben und die Methanemissionen im Land zu reduzieren.

Die deutsch-algerische Zusammenarbeit im Energiesektor nimmt damit deutlich an Fahrt auf. Beide Vereinbarungen sollen dazu beitragen, das Stromnetz zu modernisieren und den Einsatz erneuerbarer Energien in Algerien auszubauen. (Quelle: RFI)

Südafrika: Kupfer im Wert von fast 730.000 US-Dollar in Johannesburg beschlagnahmt Die südafrikanische Polizei hat die Beschlagnahmung von mutmaßlich gestohlenem Kupfer im Wert von mehr als 12 Millionen Rand in einem Industriegebiet von Johannesburg bekannt gegeben. Die Ermittler vermuten die Existenz eines kriminellen Netzwerks, das über mehrere afrikanische Grenzen hinweg operiert, um das Metall zu transportieren und dessen Herkunft zu verschleiern. Die Beschlagnahmung erfolgte im Stadtteil City Deep im Rahmen einer gemeinsamen Operation verschiedener Sicherheitsdienste. Beteiligt waren Ermittler des Kriminalnachrichtendienstes von Gauteng, Interpol, die Grenzpolizei, die örtliche Polizei von City Deep sowie private Sicherheitspartner. (Quelle: LSI Africa)

Togos Karité-Sektor setzt auf wissenschaftliche Forschung für seine Neuausrichtung Das Global Green Growth Institute Togo (GGGI) und die Universität Lomé (UL) verstärken ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung des Karité-Sektors, einer strategischen Ressource für die wirtschaftliche Stärkung tausender Frauen im ländlichen Raum. Die Initiative ist Teil eines Projekts, das vom koreanischen Forstdienst (KFS) finanziert wird. Die Vereinbarung sieht technische Unterstützung für das Labor für Botanik und Pflanzenökologie der Universität vor. Dort sollen verbesserte Anbaumethoden sowie ertragreichere Saatgutsorten entwickelt werden. (Quelle: Togonews)

Dschibuti und die ITFC schließen Rahmenabkommen über 750 Millionen US-Dollar zur Finanzierung der Wirtschaft Die Internationale Islamische Handelsfinanzierungsgesellschaft (ITFC) hat mit der Republik Dschibuti ein Rahmenabkommen im Umfang von 750 Millionen US-Dollar geschlossen, um die Zusammenarbeit bei der Handelsfinanzierung im Zeitraum 2026–2029 zu stärken. Dieses Engagement setzt die seit Jahren bestehende strategische Partnerschaft zwischen der Institution und dem Land fort. Im Rahmen der neuen Vereinbarung wird die ITFC finanzielle Mittel bereitstellen, um die Entwicklungsprioritäten Dschibutis zu unterstützen. Die Zusammenarbeit konzentriert sich insbesondere auf Schlüsselbereiche wie Energie, Ernährungssicherheit, Gesundheit sowie die Handelsfinanzierung zugunsten des Privatsektors. (Quelle: Financial Afrik)