
Burkina Faso verstärkt den Kampf gegen einen ebenso diskreten wie lukrativen Handel: den illegalen Export von Eseln. Diese Praxis besteht trotz eines formellen Verbots weiterhin fort.
Die burkinischen Behörden haben eine groß angelegte Operation zur Bekämpfung des Eselhandels gestartet. In einer Mitteilung vom 16. März 2026 berichtet der Generalstaatsanwalt beim Berufungsgericht von Ouagadougou über mehrere Einsätze, bei denen mehr als 300 Tiere beschlagnahmt und mehrere Personen in den Regionen Pô und Koudougou festgenommen wurden. Über die Zahlen hinaus zeigen diese Maßnahmen das Ausmaß eines Phänomens, das sich den Behörden trotz eines seit fast zehn Jahren bestehenden Verbots weiterhin widersetzt.
Koordinierte Einsätze an mehreren Fronten
Die Interventionen der Sicherheitskräfte erfolgten in zwei Phasen. In Pô, im Grenzgebiet von Tiébélé, wurden am 12. März zwei Personen festgenommen, als sie versuchten, eine Herde von 62 Eseln außer Landes zu bringen. Zwei Tage später wurde eine weitere Gruppe von Schmugglern unter ähnlichen Umständen gestoppt, diesmal mit 70 zusätzlichen Tieren.
In der Region Koudougou nahm die Operation eine andere Dimension an. Am 12. März wurden zwei Lastwagen mit rund 200 Eseln angehalten. Die Kontrollen deckten schnell mehrere Verstöße auf: deutliche Überladung, fehlende Exportgenehmigung, kein Gesundheitszertifikat und kein veterinärrechtlicher Passierschein. Diese Elemente bestätigen den illegalen und organisierten Charakter dieser Aktivitäten.
Ein klares Verbot, das dennoch umgangen wird
Seit dem Dekret vom 7. September 2016, das die Schlachtung und den Export bestimmter Tierarten regelt, ist die Ausfuhr von Eseln in Burkina Faso strikt untersagt. Diese Maßnahme wurde kürzlich vom zuständigen Ministerium für tierische Ressourcen erneut bekräftigt – ein Zeichen dafür, dass die Behörden weiterhin besorgt über die anhaltende Praxis sind.
Das Verbot hat bedeutende wirtschaftliche und soziale Gründe. Als unverzichtbares Arbeitstier im ländlichen Raum spielt der Esel eine zentrale Rolle in der Landwirtschaft, beim Warentransport und bei der Wasserversorgung, insbesondere in abgelegenen Gebieten. Sein fortschreitender Rückgang könnte ohnehin bereits verletzliche Bevölkerungsgruppen zusätzlich schwächen.
Ein durch internationale Nachfrage befeuerter Handel
Hinter den illegalen Exportversuchen steht eine wachsende Nachfrage auf internationalen Märkten, insbesondere in Asien. Dort werden Eselhäute zur Herstellung von Ejiao verwendet, einer Gelatine, die in der traditionellen chinesischen Medizin geschätzt wird. Dieser externe Druck hat in mehreren afrikanischen Ländern, darunter Burkina Faso, zur Ausbreitung eines illegalen Handels beigetragen.
Angesichts steigender Preise umgehen einige Netzwerke die Vorschriften, indem sie illegale Exportketten organisieren, häufig über Nachbarländer. Grenzregionen wie Pô gelten dabei als besonders sensible Knotenpunkte dieses Handels.
Der Generalstaatsanwalt von Ouagadougou stellte klar, dass jede Verletzung der Vorschriften strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht, einschließlich der Beschlagnahmung der Tiere und der Einziehung der eingesetzten Transportmittel. Die laufenden Ermittlungen zielen nun darauf ab, die Hintermänner zu identifizieren und die Netzwerke zu zerschlagen. Die Behörden loben bereits die Zusammenarbeit zwischen Verteidigungs- und Sicherheitskräften, freiwilligen Unterstützern sowie technischen Diensten, die diese Ergebnisse ermöglicht hat. Diese Zusammenarbeit gilt als entscheidend im Kampf gegen mobile und gut organisierte Netzwerke.
Gemeinsame Wachsamkeit
Über die repressiven Maßnahmen hinaus betonen die Behörden die Bedeutung der Beteiligung der Bevölkerung. Züchter, Händler und Transportunternehmen werden aufgefordert, die Vorschriften strikt einzuhalten, während die Bevölkerung verdächtige Aktivitäten melden soll.
Der Fall zeigt, dass der Kampf gegen den illegalen Tierhandel nicht nur eine rechtliche Frage ist, sondern auch den Schutz von Lebensgrundlagen und das Gleichgewicht ländlicher Wirtschaften betrifft. In Burkina Faso ist der Esel nicht nur ein Tier, sondern eine tragende Säule des Alltags – und sein Schutz wird angesichts globaler Marktinteressen zu einer strategischen Herausforderung. (Quelle: afrik.com)