
Angesichts der Angriffe jihadistischer Gruppen und des als hoch eingeschätzten Risikos von Entführungen ausländischer Staatsangehöriger im Land hat Berlin beschlossen, das Personal seiner diplomatischen Vertretung im Niger zu verlegen. Für alle Anliegen von Niamey aus sollte man sich nun an die deutsche Botschaft in Ouagadougou in Burkina Faso wenden, berichtet RFI.
Im Niger ist es bis auf Weiteres nicht mehr möglich, bei der deutschen Botschaft ein Visum oder einen Reisepass zu beantragen. Seit Freitag, dem 20. März, sind die konsularischen Dienste aus Sicherheitsgründen ausgesetzt worden, und das gesamte Personal wurde aus dem Land verlegt, teilte das deutsche Außenministerium in einer auf seiner Internetseite veröffentlichten Aktualisierung mit. Für alle Anliegen von Niamey aus sollte man sich nun an die deutsche Botschaft in Ouagadougou in Burkina Faso wenden.
Die deutsche Botschaft im Niger empfiehlt ihren Staatsbürgern, ebenfalls das Land zu verlassen. Diese Maßnahmen erfolgen weniger als zwei Monate nach dem Angriff von Terroristen im Bereich des internationalen Flughafens von Niamey und etwa zehn Tage nachdem auch der Luftwaffenstützpunkt der Stadt Tahoua angegriffen wurde.
Deutschland ist nicht das erste Land, das eine solche Entscheidung trifft. Andere Länder wie die Vereinigten Staaten haben ebenfalls beschlossen, ihre Präsenz in der nigrischen Hauptstadt zu reduzieren. Grund dafür sind die Angriffe jihadistischer Gruppen auf nigrischem Staatsgebiet, aber auch das als hoch eingeschätzte Risiko von Entführungen ausländischer Staatsangehöriger.
Im vergangenen Jahr wurden zwei Europäerinnen in Agadez entführt und ein Amerikaner mitten im Zentrum von Niamey verschleppt – ein Thema, das erst in der vergangenen Woche beim Besuch von Nick Checker, einem hochrangigen Vertreter des Büros für afrikanische Angelegenheiten im US-Außenministerium, im Land angesprochen wurde.
Während die nigrischen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte derzeit im ganzen Land in Alarmbereitschaft sind, sind sie auch an mehreren Kreuzungen der Hauptstadt sichtbar präsent.