Gaza: Marokko wird Soldaten entsenden, um die von Trump gewünschte internationale Stabilisierungs­truppe zu bilden

Gaza: Marokko wird Soldaten entsenden, um die von Trump gewünschte internationale Stabilisierungs­truppe zu bilden

Während des Friedensrates, der am Donnerstag in Washington vom amerikanischen Präsidenten Donald Trump organisiert wurde, sprach dieser über die Funktionsweise der ISF, der neuen internationalen Stabilisierungs­truppe für Gaza. Ziel dieser Truppe ist es, während der Nachkonfliktphase die Sicherheit auf dem Gebiet zu gewährleisten. Zu den Ländern, die sich offiziell dieser Truppe anschließen, gehört auch Marokko. Das Land wird Truppen vor Ort entsenden und zudem finanzielle Hilfe leisten, berichtet RFI.

„Marokko verpflichtet sich, die Friedensvision von Präsident Trump zu unterstützen“, erklärte der marokkanische Außenminister Nasser Bourita, der am Friedensrat teilnahm. Konkret tritt das Scherifenreich gemeinsam mit vier weiteren Ländern – Indonesien, Kasachstan, Kosovo und Albanien – der neuen internationalen Stabilisierungs­truppe in Gaza bei.

Ziel ist es, die humanitären Korridore zu sichern und das Gebiet gegen mögliche erneute bewaffnete Ausbrüche zu stabilisieren. Die marokkanischen Truppen, die sich laut einigen Quellen auf bis zu 20.000 Soldaten belaufen könnten, sollen zunächst auf der Seite von Rafah im Süden stationiert werden.

Auch finanziell wird sich Marokko am Hilfsplan für Gaza beteiligen. Neun Länder haben zugesagt, insgesamt sieben Milliarden US-Dollar bereitzustellen.

„Multidimensionales Engagement“

„Es handelt sich tatsächlich um ein multidimensionales Engagement seitens Rabat, das selbstverständlich dem Ansehen des Scherifenreichs zugutekommt, aber auch seine Beziehungen zu den westlichen Staaten weiter stärkt – vorausgesetzt, es verfügt auch über ausreichende Handlungsspielräume“, erklärt Sébastien Boussois, Nahost-Experte und Forscher am Geopolitischen Institut Brüssel.
„Ich vertraue darauf, dass der König in der Lage sein wird, Einfluss auszuüben und die Rechte der Palästinenser in diesem Gebiet wie auch darüber hinaus so weit wie möglich zu verteidigen und nicht darauf zu verzichten – wie er es im Übrigen regelmäßig tut –, die israelische Politik der Ausweitung der Siedlungen im Westjordanland zu kritisieren.“

Die Anwesenheit Marokkos beim Friedensrat ist laut dem Forscher ein erster Erfolg für Donald Trump, da das Land seit Jahren gute Beziehungen zu Washington unterhält. Gleichzeitig ist Marokko Mitglied der 2020 unterzeichneten Abraham-Abkommen, die die Beziehungen zu Israel normalisieren, und hat den Vorsitz im Islamischen Kooperationskomitee für al-Quds (Jerusalem auf Arabisch) inne. Marokko positioniert sich damit als unverzichtbarer Vermittler für Donald Trump zwischen Israel und Palästina.