
Drei Jahre nach der Gründung der Allianz der Sahelstaaten (AES), der Mali, Burkina Faso und Niger angehören, hat die US-amerikanische Organisation The Sentry am Mittwoch, dem 16. September 2026, einen Bericht über den Einsatz von Drohnen in Mali veröffentlicht. Die NGO, die auf Untersuchungen zu Finanznetzwerken im Zusammenhang mit Konflikten und Korruption spezialisiert ist, weist auf eine Diskrepanz zwischen den Souveränitätsansprüchen der herrschenden Junta und der tatsächlichen Situation hinsichtlich der Finanzierung und Kontrolle eines Teils der malischen Luftstreitkräfte hin, berichtet RFI.
In ihrem Bericht mit dem Titel Who Is Responsible for Mali’s Air War? („Wer ist für Malis Luftkrieg verantwortlich?“) befasst sich The Sentry zunächst mit einem Vertrag, der am 15. August 2024 zwischen der malischen Regierung und dem türkischen Hersteller Baykar über den Kauf von sechs Akinci-Kampfdrohnen geschlossen wurde. Der Wert des Geschäfts beläuft sich auf 210 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 183 Millionen Euro.
Der Vertrag wurde nicht vom malischen Verteidigungsministerium unterzeichnet, sondern von Oberst Modibo Koné, dem Generaldirektor der Nationalen Staatssicherheitsbehörde ANSE, der direkt dem Chef der Junta, Assimi Goïta, untersteht. The Sentry kritisiert zudem die mangelnde Transparenz bei der Finanzierung dieses Geschäfts.
Auch die Vertragsklauseln sind nach Einschätzung der US-amerikanischen Organisation problematisch: Baykar kann sich aus dem Vertrag zurückziehen, falls es Schwierigkeiten bei der Erlangung einer Exportgenehmigung auch nur für eine einzige Komponente gibt. Mali hingegen kann sich im Falle eines Staatsstreichs oder eines Krieges nicht von seinen Zahlungsverpflichtungen befreien.
Angriffe unterliegen der Genehmigung russischer Kommandeure
Ein weiterer Teil der Untersuchung befasst sich mit der Durchführung von Luftangriffen in Mali. Laut The Sentry werden die türkischen Drohnen zwar von malischen Streitkräften gesteuert, die Genehmigung für Angriffe kann jedoch bis zu russischen Kommandeuren des Africa Corps weitergeleitet werden.
Nach Aussagen von Personen, die für den Bericht befragt wurden, kam es vor, dass Drohnen zunächst ein Ziel identifizierten und anschließend russische Flugzeuge die eigentlichen Angriffe durchführten.