
In einem Interview mit dem saudischen Fernsehsender Asharq News am Mittwoch, dem 12. August, bezeichnete der marokkanische Justizminister Abdellatif Ouahbi die spanischen Enklaven Ceuta und Melilla als Gebiete, auf die Marokko Anspruch erhebt. Madrid reagierte umgehend: „Die territoriale Integrität der beiden Enklaven stand nie zur Debatte und wird auch niemals zur Debatte stehen“, erklärten die spanischen Behörden, lt. einem Bericht von RFI.
Die marokkanischen Ansprüche sind nicht neu. Allerdings werden sie derzeit vor einem besonderen Hintergrund erhoben: Vor zwei Wochen hatten 70.000 Menschen versucht, illegal die Grenze zwischen marokkanischem Staatsgebiet und der spanischen Enklave Ceuta zu überqueren.
In seinem Interview mit Asharq News bezeichnete der marokkanische Justizminister Abdellatif Ouahbi Ceuta und Melilla als „besetzte Enklaven“. Er betonte, dass Marokkos Anspruch auf Souveränität über die beiden Gebiete keineswegs neu sei. Nach seinen Angaben bringt Marokko diese Frage bei Verhandlungen mit Spanien „systematisch“ zur Sprache.
„Dieses Thema ist nach wie vor aktuell. Wir halten an unserem Territorium fest. Wir behandeln diese Angelegenheit mit Geduld. Langfristiges Ziel ist es, durch Dialog zu einer Lösung zu gelangen“, erklärte Ouahbi.
Spanien reagierte noch am selben Tag. Die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles nahm auf einer Pressekonferenz zu den Äußerungen ihres marokkanischen Amtskollegen Stellung. Auf Fragen von Journalisten antwortete sie: „Es muss ganz klar gesagt werden, dass Ceuta und Melilla nicht nur spanisch sind: Sie sind durch und durch spanisch! Und genau deshalb sind sie unantastbar.“
Unterstützung erhielt sie vom spanischen Außenminister José Manuel Albares. Er versuchte, die Debatte mit einer unmissverständlichen Erklärung zu beenden: „Die territoriale Integrität Spaniens stand nie zur Debatte und wird auch niemals zur Debatte stehen.“