
Ruanda hat einen Zehnjahresvertrag zur Austragung eines Formel-1-Grand-Prix ab Anfang der 2030er-Jahre abgeschlossen. Damit würde die Formel 1 erstmals seit 1993 wieder nach Afrika zurückkehren. Das Rennen soll auf einer eigens errichteten Rennstrecke in Bugesera südöstlich der Hauptstadt Kigali stattfinden, in unmittelbarer Nähe des neuen internationalen Flughafens. Die Strecke soll den höchsten Sicherheits- und Qualitätsstandards des Internationalen Automobilverbands FIA entsprechen.
Präsident Paul Kagame sieht in dem Projekt weit mehr als eine Sportveranstaltung. Der Grand Prix soll den Tourismus fördern, internationale Investitionen anziehen, Arbeitsplätze schaffen und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes vorantreiben. Rund um die Rennstrecke sind zusätzliche touristische und kommerzielle Einrichtungen geplant.
Seit dem Großen Preis von Südafrika 1993 in Kyalami hat kein Formel-1-Rennen mehr auf afrikanischem Boden stattgefunden. Neben Ruanda bemüht sich auch Südafrika um eine Rückkehr in den Rennkalender. Ein zweites afrikanisches Rennen bleibt grundsätzlich möglich.
Das Formel-1-Projekt fügt sich in Ruandas Strategie ein, internationale Sportveranstaltungen zur Förderung seines Ansehens und seiner Wirtschaft zu nutzen. Das Land engagiert sich bereits als Sponsor europäischer Fußballvereine und als Gastgeber internationaler Sportwettbewerbe.
Allerdings ist das Vorhaben nicht unumstritten. Kritiker werfen der Regierung Kagame vor, mit prestigeträchtigen Sportveranstaltungen von Menschenrechtsverletzungen und Ruandas Rolle im Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo abzulenken.
Wann der erste Grand Prix stattfinden wird, steht noch nicht fest. Entscheidend ist die rechtzeitige Fertigstellung der Rennstrecke. (Quelle: dabafinance)