Zentralafrika: CEMAC – Die Kommission setzt ihre Tätigkeit mangels Finanzierung aus

Zentralafrika: CEMAC – Die Kommission setzt ihre Tätigkeit mangels Finanzierung aus

Die Kommission der Wirtschaftsgemeinschaft und Währungsunion Zentralafrikas (CEMAC) hat die Aussetzung ihrer Aktivitäten aufgrund fehlender finanzieller Mittel bekannt gegeben. Diese Entscheidung, die tiefgreifende institutionelle Schwächen offenlegt, entfacht erneut die Debatte über die Zukunft der regionalen Integration und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in der Subregion.

Die Aussetzung der Tätigkeiten der CEMAC-Kommission ist eine Entscheidung mit hohem Symbolgehalt. Als Schlüsselinstitution des regionalen Integrationsprozesses beruft sich die Kommission auf ihre Unfähigkeit, den laufenden Betrieb wegen unzureichender Finanzierung sicherzustellen. Angesichts dieser Sackgasse sehen sich die Mitgliedstaaten (Kamerun, Gabun, Kongo, Tschad, Äquatorialguinea und die Zentralafrikanische Republik) nun mit ihrer Verantwortung konfrontiert.

Zu den angeführten strukturellen Schwierigkeiten zählen die Unregelmäßigkeit der finanziellen Beiträge der Mitgliedstaaten, eine als schwerfällig und wenig reaktionsfähig wahrgenommene Governance sowie ein Mangel an politischem Willen, um die gemeinschaftlichen Reformen voranzubringen. Diese Aussetzung erscheint als Endpunkt einer langen Reihe von Funktionsstörungen. Der Streit um das Scanning von Waren im Hafen von Douala, dem wichtigsten logistischen Drehkreuz der Region, hatte bereits die internen Spannungen und den Autoritätsverlust der Gemeinschaftsinstitution verdeutlicht. Dieser stark mediatisierte Konflikt war nur eines von vielen Symptomen der fortschreitenden Lähmung der CEMAC.

Über den Stopp der Aktivitäten der Kommission hinaus wirft diese Situation grundlegende Fragen zur Zukunft der regionalen Zusammenarbeit in Zentralafrika auf. Wie kann eine kohärente Verwaltung der gemeinsamen Währung, des CFA-Francs, gewährleistet werden? Welche Zukunft hat der freie Verkehr von Waren und Personen, ein Grundpfeiler der regionalen Integration? Und vor allem: Wie lassen sich die gemeinschaftlichen Errungenschaften in einem Kontext wachsender institutioneller Vertrauenskrise bewahren?

Nach Ansicht mehrerer Experten hängt das Überleben des Gemeinschaftsprojekts von einer tiefgreifenden Neugestaltung der Governance-Mechanismen, einem strengeren finanziellen Engagement und einer gemeinsamen politischen Vision ab. Andernfalls, so warnen sie, droht Zentralafrika weiter in die Fragmentierung abzurutschen – zum Nachteil seiner wirtschaftlichen Entwicklung und seines Gewichts auf der kontinentalen Bühne. (Quelle: allafrica.com, mit Les Dépêches de Brazzaville)