
Südafrika zieht Bilanz, nachdem das Land von umfangreichen Protesten gegen Ausländer ohne legalen Aufenthaltsstatus erschüttert worden ist. Nach Angaben der Regierung haben zwischen Ende Juni und Anfang August fast 90.000 ausländische Staatsangehörige das Land verlassen, darunter vor allem Bürger Malawis. Andere afrikanische Regierungen nennen allerdings höhere Zahlen. Nun will Pretoria die Herkunftsländer an den Kosten der Rückführungen beteiligen, berichtet RFI.
Das südafrikanische Innenministerium beziffert die Kosten für die Einrichtung eines provisorischen Aufnahmezentrums im Norden des Landes sowie für Rückführungen und Abschiebungen auf fast 300 Millionen Rand, umgerechnet rund 16 Millionen Euro. Einige Staaten organisierten den Transport ihrer Staatsangehörigen selbst, andere verfügten dafür jedoch nicht über die notwendigen Mittel. Der größte Kostenposten für Südafrika war die Anmietung von Bussen.
Innenminister Leon Schreiber bezeichnete das Ausmaß der Rückführungsaktionen innerhalb eines so kurzen Zeitraums Anfang der Woche als „beispiellos“. Die dadurch entstandenen Kosten seien zwar unvermeidbar gewesen, in den öffentlichen Haushalten jedoch nicht eingeplant gewesen. Ein Vertreter des Innenministeriums erklärte am Dienstag vor einem Parlamentsausschuss, die südafrikanischen Behörden hätten sich an die Regierung Malawis sowie an die Botschaften Nigerias und Äthiopiens gewandt und eine finanzielle Beteiligung verlangt.
Umgekehrt hatten Ghana und Nigeria nach den Protesten angekündigt, von Pretoria Entschädigungen für Schäden zu fordern, die ihren Staatsangehörigen entstanden seien. Südafrika lehnt solche Forderungen jedoch ab.
Das Thema Migration in der Region steht derzeit auch in Durban auf der Tagesordnung. Dort tagt der Ministerrat der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC) im Vorfeld des für Montag, den 17. August, geplanten Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs.