Lesetipp/HBS: Marokko – Die Wächterinnen des blauen Goldes

Symbolbild

In Marokko trotzen Frauen fernab der Hauptstadt Rabat in einer Wüstenoase einem Gesetz, das ihr Jahrhunderte altes Recht auf die gemeinschaftliche von ihnen verwaltete Wasserverteilung abschaffen soll.

Wie jeden Freitag sitzt vor dem Rathaus von Figuig entlang der ockerfarbenen Mauern eine lange Reihe von Frauen auf dem Boden. Eingehüllt in das Weiß ihrer Haïks, Gewänder aus Wolle, sind diese Frauen seit zwei Jahren die treibende Kraft eines Bürgerwiderstands: der Hirak al-Ma‘, arabisch für Wasserbewegung. „Das Wasser von Figuig ist nicht zu verkaufen”, skandieren sie. Und: „Nein zur Firma!“ Inmitten der weißen Flut trägt die 66-jährige Fatima die Erinnerungen an eine Oase in sich, die die neue Generation nur aus den Erzählungen der Älteren kennt. Ihre Augen leuchten, wenn sie von ihrer Jugend im Herzen des Palmenhains erzählt: „Meine Kindheitserinnerungen sind untrennbar mit unseren Gärten verbunden. Es gab herrliche Becken und Kanäle, in denen wir badeten. Unsere Kindheit war geprägt von Überfluss und dem Rauschen des Wassers.“

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