Marokko und Israel wollen Botschaften eröffnen

Marokko und Israel wollen ihre diplomatischen Beziehungen weiter ausbauen und ihre bisherigen Verbindungsbüros zu Botschaften aufwerten. Die Entscheidung wurde am 16. September in New York unter Vermittlung der USA bekannt gegeben. Ein konkreter Termin für die Eröffnung der Botschaften steht noch nicht fest, berichtet RFI.

Beide Länder hatten ihre diplomatischen Beziehungen im Dezember 2020 im Rahmen der von den USA vermittelten Abraham-Abkommen wieder aufgenommen. Zusätzlich zur diplomatischen Aufwertung sind neue Flugverbindungen sowie weitere Wirtschaftsabkommen vorgesehen. Die Zusammenarbeit soll insbesondere in den Bereichen Technologie und Sicherheit verstärkt werden.

Die Beziehungen zwischen Rabat und Tel Aviv hatten sich nach dem 7. Oktober 2023 und dem anschließenden Krieg im Gazastreifen deutlich abgekühlt. Nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Kader Abderrahim von Sciences Po signalisiert die jetzige Entscheidung den Willen der marokkanischen Regierung, die Beziehungen wieder zu intensivieren.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Westsahara-Frage. Die USA und Israel bekräftigten erneut ihre Anerkennung der marokkanischen Souveränität über das umstrittene Gebiet. Marokko betrachtet die Unterstützung Washingtons in dieser Frage als wichtigen Bestandteil seiner Außenpolitik.

Innenpolitisch bleibt die Annäherung an Israel umstritten. Seit Beginn des Gaza-Krieges haben in Marokko zahlreiche Demonstrationen gegen die Normalisierung der Beziehungen mit Israel stattgefunden. Tausende Teilnehmer forderten dabei wiederholt deren Beendigung.

Trotz dieser Kritik halten Marokko, Israel und die USA an dem eingeschlagenen Kurs fest. In ihrer gemeinsamen Erklärung erklärten sie, diplomatische, freundschaftliche und friedliche Beziehungen zwischen Marokko und Israel lägen im gemeinsamen Interesse beider Länder.