
Diese Woche im DAS-Pressespiegel: Mauretanien gibt seine neue Regierung bekannt, Äthiopien eröffnet seine erste Goldraffinerie und Ruanda wird ab 2030 Gastgeber eines Grand Prix der Formel 1.
Mauretanien gibt seine neue Regierung bekannt Am Samstag gab Mauretaniens Präsident Mohamed Ould Cheikh El Ghazouani die Zusammensetzung einer neuen Regierung bekannt. Zuvor hatte Premierminister El Moctar Ould Djay am vergangenen Freitag den Rücktritt seiner Regierung beim Staatspräsidenten eingereicht, war aber noch am selben Tag von El Ghazouani per Dekret erneut zum Premierminister ernannt und mit der Bildung eines neuen Kabinetts beauftragt worden. Das neue Kabinett umfasst 29 Mitglieder: 27 Ministerinnen und Minister, den Generalsekretär der Regierung sowie einen beigeordneten Minister für Dezentralisierung. Acht Mitglieder sind Frauen.
Während unter anderem die Ressorts für Äußeres, Justiz, Bergbau und Industrie sowie Handel und Tourismus unverändert blieben, übernimmt Aïssata Lam künftig das Ministerium für Fischerei, maritime und Hafeninfrastruktur. Das Ressort steht vor der Aufgabe, die Verhandlungen mit der Europäischen Union über die Erneuerung des im November auslaufenden Fischereiabkommens zu führen. Auch mehrere Schlüsselressorts wurden neu besetzt, darunter die Ministerien für Verteidigung, Inneres sowie Energie und Erdöl. Letzteres übernimmt Mohamed Ould Abdel Vetah, der den Ministerposten bereits von 2016 bis 2020 innehatte und Mohamed Ould Khaled ersetzt, der der neuen Regierung nicht mehr angehört.
Der Rücktritt der Regierung erfolgte weniger als 24 Stunden nach der Übergabe des Untersuchungsberichts zu zwei Bränden im August in Umspannwerken der staatlichen Stromgesellschaft Société Mauritanienne d’Électricité (SOMELEC), die der fachlichen Aufsicht des Ministeriums für Energie und Erdöl untersteht. Der Bericht sieht eine institutionelle Verantwortung beim Ministerium und weist mehreren Funktionsträgerinnen und -trägern, darunter dem damaligen Energieminister Mohamed Ould Khaled, eine dienstliche Verantwortung zu. Die Untersuchung stellte unter anderem Unregelmäßigkeiten bei der Auftragsvorbereitung und -vergabe, Eignungsprüfung des Unternehmens, Kabelauswahl, Bauüberwachung und Inbetriebnahme fest. Auch seien die Anlagen trotz weiterhin bestehender technischer Vorbehalte und unvollständiger Schutzmaßnahmen in Betrieb genommen worden. Die Kommission empfahl unter anderem die Beendigung des Vertrags mit dem umsetzenden Unternehmen, eine umfassende Sicherheitsüberprüfung der SOMELEC-Anlagen sowie eine engere Zusammenarbeit mit dem Zivilschutz.
Die Brände am 21. und 22. August 2026 hatten erhebliche Schäden am Stromnetz verursacht und in Teilen der Hauptstadt Nouakchott für mehrere Tage zu Stromausfällen geführt. Die direkten Kosten bezifferte die Untersuchungskommission auf mehr als 220 Millionen Ouguiya (rund 4,9 Millionen Euro); die staatliche Stromgesellschaft veranschlagte weitere 143,9 Millionen Ouguiya (rund 3,2 Millionen Euro) für die Wiederherstellung der beiden Umspannwerke. Die wirtschaftlichen Verluste infolge der Stromausfälle werden auf 0,07 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal 2026 geschätzt. Die Präsidentschaft bestätigte bislang keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Untersuchungsbericht und dem Rücktritt der Regierung, wies die Regierung jedoch an, sämtliche Empfehlungen umzusetzen, den Bericht zu veröffentlichen sowie bei nachgewiesenen Pflichtverletzungen administrative Sanktionen zu verhängen und gegebenenfalls rechtliche Verfahren einzuleiten.
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