Afrikanische Länder verpflichten sich, jedem Kind den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen

Addis Abeba — Die Zukunft Afrikas wird heute gestaltet. Nicht in Vorstandsetagen oder Parlamenten, sondern bereits vor der Geburt und in den ersten Lebensjahren eines Kindes. Bis 2050 werden zwei von fünf weltweit geborenen Kindern Afrikaner sein. Doch heute könnten bis zu zwei Drittel der Kinder in Subsahara-Afrika ihr volles Entwicklungspotenzial niemals erreichen. Dies schränkt ihre Chancen ein und gefährdet die künftige Gesundheit, den Wohlstand und das Wirtschaftswachstum des Kontinents.

Um dieser Herausforderung zu begegnen, haben die afrikanischen Gesundheitsminister, die im Rahmen der 76. Tagung des Regionalkomitees der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Afrika in Addis Abeba zusammengekommen sind, heute eine neue regionale Strategie verabschiedet. Sie soll jedem Kind den bestmöglichen Start ins Leben ermöglichen.

Die ersten Lebensjahre legen den Grundstein für Gesundheit, Lernen und Wohlbefinden während des gesamten Lebens. Dennoch verfügen Millionen Kinder in der Region noch immer nicht über die Voraussetzungen, die sie für eine gesunde Entwicklung benötigen: gute Ernährung, hochwertige Gesundheitsversorgung, angemessene Betreuung, Möglichkeiten zum Spielen und frühen Lernen, Unterstützung und Wohlergehen der Betreuungspersonen sowie ein sicheres und förderndes Umfeld.

Die „Regionale Strategie zur Verbesserung der frühkindlichen Entwicklung in der afrikanischen WHO-Region (2026–2032)“ bringt die gemeinsame Verpflichtung der Länder zum Ausdruck, ihre Systeme zu stärken und Dienstleistungen sowie Unterstützungsangebote für Kinder, Familien und Gemeinschaften von den ersten Lebensmomenten an auszubauen. Damit soll gewährleistet werden, dass jedes Kind überleben, sich gesund entwickeln und sein volles Potenzial entfalten kann.

Investitionen in kleine Kinder sind nicht nur ein moralisches Gebot, sondern auch eine der strategisch sinnvollsten Entscheidungen, die Länder treffen können. Daten zeigen, dass jeder US-Dollar, der in die frühkindliche Entwicklung investiert wird, einen Ertrag von 6 bis 17 US-Dollar erzielen kann – durch bessere Gesundheit, bessere Lernergebnisse und eine höhere Produktivität. Während die afrikanischen Länder daran arbeiten, die nachhaltige Entwicklung zu beschleunigen, ist ein bestmöglicher Start ins Leben für Kinder ein wirkungsvoller Weg, um gesündere Gesellschaften, stärkere Volkswirtschaften und eine wohlhabendere Zukunft aufzubauen.

„Jedes in Afrika geborene Kind trägt das Versprechen unserer Zukunft in sich. Diese Zukunft beginnt bereits während der Schwangerschaft und wird in Familien und Gemeinschaften gestaltet, in denen Kinder die Betreuung, Ernährung, den Schutz und die Möglichkeiten erhalten, die sie für ihre Entwicklung benötigen – unterstützt durch Gesundheits- und Sozialsysteme, die auf ihre Bedürfnisse eingehen. Indem die Länder Kinder bereits in ihren ersten Lebensjahren unterstützen, stärken sie Familien, schaffen gesündere Gemeinschaften und tragen zu einem wohlhabenderen Kontinent bei“, erklärte Dr. Mohamed Yakub Janabi, WHO-Regionaldirektor für Afrika.

Die Strategie fordert ein koordiniertes Vorgehen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Sozialschutz, Wasser und Sanitärversorgung, Bildung, Finanzen und weiteren Sektoren. Damit wird anerkannt, dass kein einzelner Bereich allein die Bedürfnisse von Kindern erfüllen kann. Im Mittelpunkt der Strategie steht die Verpflichtung, Eltern, Betreuungspersonen und Gemeinschaften zu unterstützen, da sie eine entscheidende Rolle dabei spielen, Kindern beim Überleben, Wachsen, Lernen und bei ihrer Entwicklung zu helfen.

Die Strategie ermutigt die Länder außerdem, die Überwachung der kindlichen Entwicklung zu verbessern, die Unterstützung für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen auszuweiten, die Angebote für Eltern und Betreuungspersonen zu verbessern und die nationalen Datensysteme weiterzuentwickeln. Dadurch sollen Fortschritte besser erfasst und künftige Investitionen zugunsten kleiner Kinder gezielter gesteuert werden.

Die WHO wird die Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der Strategie weiterhin unterstützen – durch technische Beratung, den Ausbau von Kompetenzen, Unterstützung bei der Entwicklung politischer Maßnahmen und die Stärkung von Partnerschaften. Durch frühzeitiges und gemeinsames Handeln kann die Region dazu beitragen, dass Millionen weitere Kinder gesund aufwachsen, lernen und sich bestmöglich entwickeln können. (PM WHO)