Afrikanische Union lehnt Impfpass für internationale Reisen ab

Viele Länder erwägen die Einführung eines Gesundheitspasses für Reisen. Während diese Maßnahme einige zu beruhigen scheint, hat die Idee andererseits starke Kritik und Bedenken über mögliche Diskriminierung und den Schutz privater Daten hervorgerufen.

„Das Treffen rief alle Länder in verschiedenen Regionen der Welt, die Impfpässe als Voraussetzung für internationale Reisen eingeführt haben oder dabei sind, diese einzuführen, dazu auf, dies nicht zu tun, da der Impfstoff bisher nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht, wie die WHO bestätigt, und es auf dem afrikanischen Kontinent immer noch eine beträchtliche Anzahl von Bürgern gibt, die die Impfungen noch nicht erhalten haben. “

Das ist die bedeutendste Aussage der außerordentlichen Sitzung der Luftverkehrsminister der Afrikanischen Union (AU), die am Donnerstag, den 15. April, stattfand. Im Gegensatz zur Einführung des Reisepasses als Voraussetzung für internationale Reisen empfiehlt die AU, den PCR- oder Antigentest als einzige Voraussetzung beizubehalten, bis Impfstoffe allgemein verfügbar sind.

Darüber hinaus ermutigt die Institution ihre Mitgliedsstaaten, den digitalen Test „so weit wie möglich“ als überprüfbares Gesundheitszertifikat und zuverlässige Plattform für Reiseinformationen zu übernehmen und alle relevanten Akteure zu koordinieren, um das von der sektorübergreifenden Arbeitsgruppe der AU für die Initiative „Saving lives, saving economies and livelihoods“ entwickelte Konzept „Call for action on safe re-opening of borders“ umzusetzen.

In der Frage des Impfpasses schließt sich die AU der Position der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) und neuerdings auch der des WHO-Notfallkomitees an, das empfiehlt, „angesichts der begrenzten (wenn auch wachsenden) Beweise für die Leistungsfähigkeit von Impfstoffen bei der Reduzierung der Übertragung und angesichts der anhaltenden Ungleichheit bei der weltweiten Verteilung von Impfstoffen“ keinen Nachweis der Impfung als Einreisebedingung für internationale Reisende zu verlangen. „Die Vertragsstaaten werden aufgefordert, anzuerkennen, dass das Erfordernis eines Impfnachweises Ungleichheiten verschärfen und die unterschiedliche Freizügigkeit fördern kann“, so die WHO. (Quelle: Agence Ecofin)