CD-Tipp: Jowee Omicil „sMiLes“

CD-Tipp: Jowee Omicil „sMiLes“

Man könnte fast sagen, Jowee Omicil kommt von einem anderen Planeten – oder zumindest aus einer Welt, in der Genres keine Grenzen sind, sondern Sprungbretter in die Freiheit. Der kanadisch-haitianische Musiker, Komponist und Lebensphilosoph ist ein musikalischer Tausendsassa, dessen Virtuosität sich über Saxophone, Klarinetten, Flöten, Taschentrompete, Rhodes, Piano, Stimme und vielen anderen Klangerzeugern erstreckt.

Jeder Ton ist Ausdruck seiner unbändigen Kreativität, jedes Instrument eine Erweiterung seines freien Geistes.

sMiLes, das 11. Album von Jowee, ist ein Manifest kompromissloser Authentizität. Es feiert den eigenen Ausdruck, die Schönheit des Unvollkommenen und den Mut zum Risiko. Was auf den ersten Blick wie ein rebellisches Geflecht wirkt, entpuppt sich als klares Bekenntnis zu grenzenloser Freiheit – der rote Faden, der all sein Schaffen verbindet. Jowee ist ein Befreier der Klänge, Köpfe und Herzen. Echt sein und sich selbst zu vertrauen – das sind die Zutaten, um sich selbst und andere anzunehmen. So entsteht Freiheit und Frieden. sMiLes beginnt mit einer Hommage an Abbey Lincolns „Throw it Away“ – ein Aufruf zum Loslassen, und zur Wahrheit. Danach entfaltet Jowee mit seiner gesamten instrumentalen Palette ein Universum aus 11 Tracks plus Bonusstück, musikalisch reisend durch imaginäre und reale Welten: von Cabo Verde, in die 52nd Street in New York, zu den Voodoo-Trommeln Haitis, bis hin zu kosmischen Echos einer Open-Mic-Session und vieles mehr. Jeder Ton spiegelt seine Philosophie „Trust The Note“ (den Tönen Vertrauen) wider – vom ersten bis zum letzten Klang des finalen Stücks „SHouLd I sMiLe?“, im Duett mit der preisgekrönten Vokalistin Dominique Fils-Aimé – ein wahres Juwel. Er zollt Roy Hargrove Tribut, erinnert an Wayne Shorter, verneigt sich vor Miles Davis – und bleibt dabei unverkennbar er selbst: niemals imitierend, stets schöpferisch neu.

„Miles lehrt uns, furchtlos zu sein, das Unvollkommene zu umarmen und dem Moment zu vertrauen“, sagt Jowee. „sMiLes setzt dieses Gespräch fort – eine Feier der Freiheit in ihrer reinsten Kunstform.“

REGELN BRECHEN, RÄUME ÖFFNEN
Manche Künstler verändern nicht nur die Musik – sie verändern, wie wir sie hören. Sie brechen Regeln, erfinden neue Sprachen und öffnen neue Räume. Jowee BasH! Omicil trägt diesen Funken in sich. sMiLes ist kein klassisches Tribute an die großen Wegbereiter: keine Nachahmung, kein Blick zurück. Es ist das, was passiert, wenn Freiheit das Kommando übernimmt und die Musik fragt: „Was kommt Jetzt?“ Unkonventionell wie das Album selbst ist auch sein Release: Über 11 Monate hinweg begleitete The PoDBasH!, Jowees eigener Podcast, alle 11 Stücke und gewährte intime Einblicke in seine BasH! Galaxy. Am 11.11.2025 erreicht dieses Abenteuer mit dem vollständigen Album-Release seinen Höhepunkt – so einzigartig wie der Musiker selbst.

Neben der kanadisch-haitianischen Sängerin Dominique Fils-Aimé bereichern weitere herausragende Künstler das Album: Die marokkanische Sängerin Malika Zarra verleiht SHorTer Way To MarraKecH ihre Stimme. Ludovic Louis bringt seinen charakteristischen Trompeten-Sound auf BeaT CoiN aka WaLTz For RH ein. Mit LeTTre Du MALi PouR JonaTHan präsentiert Jowee ein überraschendes Solo am Klavier. In Track Nummer 11 trifft Jowee endlich auf Miles – wie ein Kind, das seinem Traum begegnet. Geister sprechen, Raum atmet, Stille wird Musik. Eines der ungewöhnlichsten und innovativsten Stücke des Albums – es bleibt nur eines: zuhören, denn hier erklingt die Zukunft in der Gegenwart. (qrious)

Tourdaten:

21.02.26                          Hamburg

23.02.26                         Berlin